Donnerstag, 24. November 2011

Nachtrag - Jangtse

Ja, die Jangste-Kreuzfahrt. Einst eine der beindruckendsten Landschaften der Welt - bevor die Chinesen den Drei-Schluchten-Staudamm gebaut haben. Dafuer decken sie damit jetzt fast zwei Prozent ihres Energiebedarfs. Und Millionen von Menschen wohnen jetzt um die hundert Meter hoeher als vorher.
Als wir da waren, war die Landschaft zudem in Dunst getaucht, von der 2 km langen Staumauer haben wir die ersten 200 m gesehen. Aber auf dem Schiff sehr nette Australier, Amerikaner und Deutsche getroffen!

Nachtrag - Shanghai

Achja - in Shanghai waren wir ja auch. Diesmal mehr Bilder als Text - hier zum Beispiel aus dem Technik und Wissenschaftsmuseum.




Und hier Clemens bei seiner Lieblingsbeschaeftigung vor dem Shanghaier Fernsehturm.



Ein besonders kurzes aber schnelles Vergnuegen war die Fahrt mit dem schnellsten Zug der Welt - der Transrapid faehrt einen in acht Minuten die 30 km von der Stadt bis zum Flughafen. Wir raetseln noch immer, wen oder was der Zug auf seiner Magnettrasse so heftig getroffen hat (siehe im Foto Zugnase vorn links)...

Endlich wieder Sommer

Der laengste Herbstanfang unseres Lebens ist vorbei, er dauerte von Anfang September in Sibirien bis Mitte November in Hongkong. Wir sind nun in Chiang Mai, Nordthailand, 18,8 Grad noerdliche Breite und endgueltig im tropischen Klima angekommen. Hongkong hatte dann ja doch ein bisschen Nieselregen fuer uns parat... mussten wir halt shoppen gehen. Aber egal ob zu heiss oder zu nass - man kommt dort fast ueberall zu Fuss hin ohne ueber die Strasse gehen zu muessen: U-Bahn, Malls und ueberdachte Fussgaengerwege oberhalb der Strasse sind nahtlos verknuepft.

Aber nun Thailand. Ja, wir sind nach Bangkok geflogen und haben dort eine Nacht verbracht, haben keine Ueberschwemmung gesehen und auf dem Flughafen selbst haben wir keine Notunterkuenfte wahrgenommen. Blauer Himmel, sehr schwuel. Erst beim Weiterflug nach Chiang Mai konnten wir von oben noch einige Ueberschwemmungsgebiete sehen. Der Ort ist aber mehr als 600 km von Bangkok entfernt, in den Bergen und nicht von Hochwasser betroffen.


Jasper ist zum ersten Mal in seinem Leben geflogen und es ging sehr gut: Beim Starten und Landen gestillt, im flugzeugeigenen Babykorb geschlafen, hat ihm gut gefallen. Auch uns gefaellt er sehr gut dieser Tage: Er hat eine ausgesprochene Fressphase, will jetzt dreimal taeglich die Milchflasche plus Brust plus kleine Haeppchen von unserem Essen. Loeffelkost ist ihm zuwider, dafuer ruehren wir ihm verschiedenes in die Milch (es gab in Hongkong auch Glaeschenkost), Moehrenmilch und Bananenmilch sind ok. Er setzt ordentlich Speck an und ist schon ganz schoen gewachsen und guter Dinge.

Zu Clemens sehr grosser Freude haben wir uns fuer ein Guest House mit Pool entschieden. Das erste Mal konnte er seine Badehose anziehen seit wir losgefahren sind! Viel mehr haben wir heute auch nicht gemacht, ein bisschen essen, lesen, baden, essen. Die Menschen sind hier so freundlich wie wir es lange nicht erlebt haben... Und schoen ist es hier, einfach, gelassen. Koennen wir gut gebrauchen.

Montag, 21. November 2011

Zu Gast bei Freunden


Wir haben unsere Insel der Ruhe gefunden - mitten in Hongkong - genauer gesagt auf einer Insel vor Hongkong - 20 Minuten mit dem Boot und so weit weg wie eine andere Welt: Lamma Island. Boote, Seeluft, Langsamkeit und ein Bioladen, Kaeseladen = Sonneblumenkernbrot, Kaese, Butter und Marmelade - Fruehstueck auf dem Balkon ... home away from home ...

Und wir waren zu Gast bei Freunden, von denen wir bis gestern nicht mal wussten, dass wir sie hatten. Anna und Bernd leben hier mit Milla (4) und Kaya (1) und wir haben den ganzen Nachmittag gequatscht und gechillt und uns sehr zu Hause gefuehlt - alle vier. Danke Anne - danke Bernd!

Wir nehmen Abschied von unserer terrestrischen Reise. Russland - Mongolei - China: drei grosse Laender, drei ganz verschiedene Reisegefuehle - 10 Tkm Zug, Bus, Schiff ... denn morgen fliegen wir - nach Thailand! Suedchina soll sehr schoen sein und viel netter als der Norden, aber wir haben uns entschieden, das auf ein naechstes Mal zu vertagen und stattdessen direkt ins Land des Laechelns zu reisen. Laecheln hat uns gefehlt in den letzten Wochen. (Lamma - wo wir gerade sind - ist da eine Ausnahme!) Wir fliegen morgen nach Bangkok und uebermorgen nach Chiang Mai (Nordthailand). Ueberschwemmungswarnungen haben wir gehoert und genauer geprueft und es sollte passen.

Natuerlich gaebe es noch 101 Geschichten aufzuschreiben, aber da wir gerade mit Chillen* beschaeftigt sind ... koennen wir grade nicht so viel schreiben ... sorry!

* Fuer unsere Eltern: Chillen = Abhaengen, nichts tun, Milchkaffee nachbestellen ... langsam sein, Buecher lesen ... so was.

Montag, 14. November 2011

Back in the free world

YES!! Wir sind zurueck im freien Teil der Welt! Hongkong empfaengt uns mit freundlichen, empathischen Menschen, sauberer und sauschneller Metro, durchgaengig englisch beschrifteten Schildern - und mit frei zugaenglichem Internet! Und 24 Grad mit nur maessiger Schwuele. Und der laengsten Rolltreppe der Welt. Und dreissigstoeckigen Hochhaeusern. Insgesamt fuehlt es sich etwas an wie New York City im Dschungel.
Mit der 1100 km langen Fahrt von Shanghai nach Hongkong (puenktlich auf die Minute) haben wir nun den noerdlichen Wendekreis ueberschritten und sind damit offiziell in den Tropen auf 22 Grad noerdlicher Breite. Das bedeutet im November: warm und trocken. Endlich wieder Sommerklamotten und weiche Luft, Bluetenduft, gruen schimmerndes Wasser sogar im Hafen. Aber natuerlich geht es auch hier nicht ohne Haendler, die einem alle Nas lang etwas andrehen wollen und ohne Dauerbeschallung aus allen Shops (dieser Tage vorrangig Weihnachtsmusik). Dafuer fallen wir hier als Auslaender ueberhaupt nicht mehr auf, davon laufen hier noch mehr herum... Jasper guckt schon ganz fragend, warum denn ploetzlich nicht mehr alle drei Minuten jemand in schallendes Gelaechter ausbricht und ihn hello-hello-hello zum Lachen bringen will.
Clemens findet es klasse, nicht staendig angegrabscht zu werden, dafuer dreht er bei den Temperaturen ziemlich auf und huepft, laeuft, springt ueber Brunnen, Maeuerchen und Baenke. Es geht ihm gut, noch keine Heimwehattacken. Aus Versehen erfuhr er heute, dass er in Aachen gerade St. Martin mit Laternenumzug verpasst hat, war aber nicht so schlimm. Er fand dann, dass es viel schlimmer waere, Karneval zu verpassen!

Fotos folgen.

Sonntag, 6. November 2011

You never walk alone ...


Endlich - nach Tagen ohne Nachricht ist es mir endlich gelungen, mich wieder einzuloggen. Die Web-kontolleure und die Anonymisierungs-web-sites spielen scheinbar Katz und Maus ... geht - geht nicht - geht - geht nicht ... Wie dem auch sei, wir sind wohlauf, Zahn nummer 4 ist da! Alle "Einser" sind sichtbar. Der Durchfall laesst nach und wir freuen uns mit anderen Reisenden, wenn sich unsere Beobachtungen in diesem Land wenigstens aehneln. Von verstehen sind wir weit entfernt.
Inzwischen sind einige Ideen fuer Posts gekommen und gegangen, ohne, dass wir sie aufschreiben konnten - umso schoener, dass es heute wieder zu gehen scheint!
Wir waren heute wandern auf chinesisch. Man hatte uns den "schoensten Berg Chinas" - den Mount Huangshan empfohlen. Berge wandern, Ruhe, das klang genau richtig nach den wuseligen Erlebnissen rund um die Schiffreise auf dem Jangtse. Also nix wie in die Berge ...
Quartier in einer kleinen Stadt dicht dabei gesucht (174 TEinwohner), schon mal deutlich netter als die Millionenstaedte.
Wir staunten allerdings nicht schlecht, als wir Eintritt fuer die Berge bezahlen musste - 30 Euro pro Person! Dazu noch Bus und Seilbahn, als wir oben waren, waren wir schon mal 90 Euro los - ohne Verpflegung, dafuer aber in Gesellschaft tausender Chinesen, die sich auf den komplett betonierten Wanderpfaden stapelten. An den beliebteren Stellen schon mal mit Schlange stehen zwischen 2 und 4 Stunden, nur um den Pfad benutzen zu koennen. Stau am Berg ... und sie sind laut, die Chinesen, schreien, Radios, Handies auf Lautsprecher mit Musik, Fremdenfuehrer mit Lautsprechern ... Wandern auf chinesisch ... und das ganze in der Nebensaison ... wir sehnen uns nach der saechsischen Schweiz.

Kaesestullen ...

... wir vermissen Kaesestullen, mit Butter auf Sonnenblumenkernbrot und dazu Milch von Soebbecke ...