Donnerstag, 27. Oktober 2011
Terrakottakrieger und andere Wegelagerer
1 - Terrakottakrieger mussten sein - so schnell kommen wir bestimmt nicht wieder und am Ende will man es ja dann doch mit eigenen Augen gesehen haben ... andererseits fuehlen wir uns mehr und mehr gemolken, und so richtig nett sind sie auch nicht. Man merkt schon sehr durch, dass man ein Wirtschaftsgegenstand ist. Aber von vorn.
2 - Wir sind in Xi'an (sprich Chie'ann), mit fast 9 Millionen eine der groesseren Staedte, eine der zweiten Reihe sozusagen, deutlich weniger bekannt als Peking, Shanghai und Hongkong, aber von vielen Touristen wegen der Terrakottaarmee besucht. Die Stadt war zwischen 1.000 v.u.Z bis ca 1.200 fuer insgesamt ueber 1067 Jahre oder so die Hauptstadt (d.h. mit Unterbrechungen). Danach kamen die Mongolen und haben nicht viel stehen lassen und danach haben sie Peking zur Hauptstadt gemacht, weil es dichter an zu Hause war. Ansonsten hat Mao hier in der Gegend seine Partei aufgebaut, die Gegend war lange sehr parteinah, vielleicht daher die Umgangsformen ...
3 - Aber zur Terrakottaarmee: der erste Kaiser von China liegt nahe der Stadt an den Haengen der nordwestlichen Berge begraben - angeblich im groessten Mausoleum der Welt ... sagt die Reiseleiterin. Davon ist heute nur noch ein bewaldeter Huegel zu sehen, was da drin ist wird gerade noch ausgegraben. Bekannt wurde das Grab erst dadurch, dass ein Farmer 1974 einen Brunnen bohrte und den Kopf eines Ton-soldaten zu Tage brachte. Und weil sein Kumpel Journalist war kam die Sache ans Licht und heute signiert der gute Mann immer noch ueberteuerte Bildbaende im Besucherzentrum. Immerhin, die Regierung hat dem Mann 30 Yuan gegeben (Gegenwert heute ca 500 Euro). Und - die Hand von Bill Clinton durfte er schon schuetteln und Clemens und Jasper fand er auch ganz nett - hat jedenfalls gewunken. Wir wuenschen dem armen Mann jedenfalls Alles Gute und das er es nicht so merkt, wie er vorgefuehrt wird.
4 - Aber zurueck zu 1.000 v.u.Z.: Der Kaiser fand jedenfalls, dass seine Grabstaette nicht schick genug sein kann und liess 700-tausend Leute ueber 30 Jahre daran bauen, starb dann auch bald und wurde begraben. Seine Bauleute und Kuenstler, Konkubinen und sonstige Mitwisser starben bei der Gelegenheit gleich mit, sollte ja keiner wissen, was fuer ein tollen Grab der Mann hatte. Damit er im Jenseits nicht ohne Schutz ist liess er ueber 6.000 Ziegelsoldaten einbuddeln. Kehrseite der Medaille war leider, dass sein Sohn schon nach drei Jahren durch einen Volksaufstand umkam und erst mal Schluss war mit seinem Reich. War vielleicht doch bisschen gierig mit dem Grab und so, aber immerhin 3.000 Jahre spaeter kriegt er nun eine Menge Besuch.
5 - Neben dem Kaisergrab haben es die anderen Sehenswuerdigkeiten in Xi'an eher schwer, Eindruck zu machen, aber es gibt ein muslimisches Viertel und viel chinesisches Essen und man kann alles moegliche kaufen. Nur fuer Pampers muss man eine Weile laufen. Einer der Gruende liegt darin, dass man fuer Kinder Hosen verwendet, die im Schritt weit ausgeschnitten sind. Wer mal muss hockt sich hin - spart die Windeln und eine Menge Arbeit. Daher haben wir sowohl Windeln als auch einen Satz solcher Hosen gekauft - schau mer mal ...
6 - Ansonsten sind wir auch froh morgen wieder weiterzufahren - so richtig zum Verweilen waren weder Peking noch Xi'an, irgendwie nervt es fuer jede Kleinigkeit zu bezahlen (ausser fuer die Klos! - liebe Deutsche Bahn, liebe Autobahnraststaetten, das faenden wir auch in Deuschland nett). Zum Beispiel haben wir heute fuer das Buchen von drei Bahntickets 15 Euro gezahlt, 20% des eigentlichen Ticketpreises! Man kann leider nichts machen, weil die Reisebueros die Tickets aufkaufen und dann gegen "Buchungsgebuehr" weitergeben. Sogar den Keks zum Kaffee kriegt man in Rechnung gestellt, der selber auch schon 2,50 Euro kostet ... irgendwie nervig.
7 - Also auf zu neuen Zielen, der Yangtse-fluss ruft und wir haben uns ein besonderes Bonbon gegoennt ... (Oma Helena: Sabine hat gesagt, ich soll an Dich denken bei der Buchung ... hab ich gemacht, tat auch Not ...) wie gesagt, so richtig billig ist das Land nicht... wir haben uns jedenfalls die all-inclusive Reise auf dem Flussdampfer fuer drei Tage gebucht ... drueckt uns die Daumen!
Freitag, 21. Oktober 2011
Peking war schoen ... PS
PS: Bilder koennen wir leider nicht hochladen. Unser Blog erreichen wir nur indirekt (siehe unten), und da klappt es mit den Bildern nicht.
PS2: Jasper und Clemens erregen sehr viel Aufsehen, viele Leute muessen spontan lachen, wenn Jasper sie toternst aus seinem Tuch-nest anschaut. Aber auch Clemens ist scheinbar ein Ereignis fuer viele Chinesen, heute wollte sogar ein Uniformierter ein Foto mit mir ... Leider fassen die Leute auch gerne die Kinder an, was besonders Clemens extrem nervt. Jasper traegt es mit Fassung, aber wir finden es nicht so doll, wenn sie ihm direkt ins Gesicht fassen.
PS2: Jasper und Clemens erregen sehr viel Aufsehen, viele Leute muessen spontan lachen, wenn Jasper sie toternst aus seinem Tuch-nest anschaut. Aber auch Clemens ist scheinbar ein Ereignis fuer viele Chinesen, heute wollte sogar ein Uniformierter ein Foto mit mir ... Leider fassen die Leute auch gerne die Kinder an, was besonders Clemens extrem nervt. Jasper traegt es mit Fassung, aber wir finden es nicht so doll, wenn sie ihm direkt ins Gesicht fassen.
Peking war schoen ... 1
... das war's schon wieder ... Also, wir haben unsere Reisestrategie geaendert und gehen China deutlich strukturierter an als die Laender bisher. Es ist naemlich Halbzeit und China ist gross. Aber von vorn.
Wir koennen Fahrrad fahren! D.h. als Familie, und das ist so super, weil wir ploetzlich mobil sind und in Ruhe die Weiten dieser Hauptstadt entdecken koennen. Jasper faehrt im Tuch vor meinem Bauch und Clemens auf dem Gepaecktraeger hinter Sabine. (Vielen vielen Dank fuer die Leihgabe an Sauers!!! - wir lieben das Tuch und es sieht wirklich schick aus!)
Wir koennen Fahrrad fahren! D.h. als Familie, und das ist so super, weil wir ploetzlich mobil sind und in Ruhe die Weiten dieser Hauptstadt entdecken koennen. Jasper faehrt im Tuch vor meinem Bauch und Clemens auf dem Gepaecktraeger hinter Sabine. (Vielen vielen Dank fuer die Leihgabe an Sauers!!! - wir lieben das Tuch und es sieht wirklich schick aus!)
Peking war schoen ... 2
Der Verkehr fliesst sehr traege, so dass Zusammenstoesse eigentlich nicht vorkommen - man bleibt einfach mal stehen. Fahrradfahren in Peking ist wunderbar, die Fahradwege sind schon mal 4 bis 8 meter breit und die Chinesen fahren selber auch Fahrrad, so dass man als Fahrradfahrer ernst genommen wird. Dazu kommt man meist schneller voran als die Autos im Stau und die Stadt ist einfach Topfboden-platt. Wir haben sehr genuesslich schon zwei Tage die Stadt entdeckt.
Peking war schoen ... 3
Die Stadt ist riesig - die Dimensionen sprengen einfach alles, was wir bisher gesehen haben - auch daher ist das Fahrrad geradezu ideal, weil man zu Fuss schnell an Grenzen stoesst. Die Verbotene Stadt alleine ist .75 km mal .96 km gross, dazu noch ein 59m breiter Wassergraben ringsrum, der Tianamen-platz ist wohl ungefaehr halb so gross und damit der groesste innerstaedtische Platz der Welt. Wir haben mal die Umrisse auf Aachen projeziert - da waere von Elisenbrunnen bis Pontstrasse alles ein Platz... Dinge zu bauen, die den Menschen klein erscheinen lassen ist jedenfalls eine recht alte chinesische Tradition.
Daneben gibt es dann aber sehr viel Flaechen mit ganz kleinen Strukturen, 'hutong' genannten Gassen, die durch Mini-hoefe aus Haus Schuppen und Hof gebildet werden. Eine riesige Flaeche davon umgab bis 1976 die zentrale Verbotene Stadt und den Tienamen-platz. Daher hatte Peking lange das Immage eines riesigen Dorfes. Seit Mao dann tot war hat sich aber einiges getan, die hutongs haben deutlich abgenommen und stehen zu Teilen bereits unter Schutz, weil man die viel besser touristisch vermarkten kann als die anonymen Stahl-Glas-Gebaeude die heute riesige Viertel dominieren. Die Karrees sind hier so gross, dass man kaum 2 oder 3 ablaufen kann ... und sehen schon gar nicht.
Daneben gibt es dann aber sehr viel Flaechen mit ganz kleinen Strukturen, 'hutong' genannten Gassen, die durch Mini-hoefe aus Haus Schuppen und Hof gebildet werden. Eine riesige Flaeche davon umgab bis 1976 die zentrale Verbotene Stadt und den Tienamen-platz. Daher hatte Peking lange das Immage eines riesigen Dorfes. Seit Mao dann tot war hat sich aber einiges getan, die hutongs haben deutlich abgenommen und stehen zu Teilen bereits unter Schutz, weil man die viel besser touristisch vermarkten kann als die anonymen Stahl-Glas-Gebaeude die heute riesige Viertel dominieren. Die Karrees sind hier so gross, dass man kaum 2 oder 3 ablaufen kann ... und sehen schon gar nicht.
Peking war schoen ... 4
Wir hatten drei Tage Sonne aber die Sonne wird schon lange bevor sie untergeht rot. Manchmal 1.5 bis 2 Stunden vorher, weil Staub und Abgase und Wasser soviel Dunst produzieren, dass man den uebernaechsten Block nur im Dunst warnehmen kann. Sogar innerhalb der verbotenen Stadt begrenzt der Dunst den Ueberblick. Dabei ist der Herbst noch die relativ gute Zeit...
Wir haben die grosse Mauer bestiegen, 4 km sind wir darauf gewandert und Clemens hat sich als echter Mauer-bezwinger erwiesen. Wir sind gespannt, wie er sich wieder in Aachen einfinden wird, er ist manchmal erstaunlich vernuenftig - was allerdings mit dem ein oder anderen Ausbruch von Schreien, Rennen, Boxen o.ae. aufgewogen wird.
Da wir aber noch vieles sehen wollen in China und die Haupstadt ja immer anders ist als das Land, fahren wir morgen mal in eine kleine Millionenstadt vor den Toren Pekings, wo wir einen Couchsurfer besuchen, der sehr nett zu sein scheint. Tickets sind gekauft, Hotel bezahlt und Rucksaecke packen wir gleich. Es geht uns super und wir erleben jeden Tag Dinge bis der Kasten voll ist - mussten uns heute mal bei Starbucks eine Pause goennen - sehr nett.
Liebe Gruesse, SCJM
Wir haben die grosse Mauer bestiegen, 4 km sind wir darauf gewandert und Clemens hat sich als echter Mauer-bezwinger erwiesen. Wir sind gespannt, wie er sich wieder in Aachen einfinden wird, er ist manchmal erstaunlich vernuenftig - was allerdings mit dem ein oder anderen Ausbruch von Schreien, Rennen, Boxen o.ae. aufgewogen wird.
Da wir aber noch vieles sehen wollen in China und die Haupstadt ja immer anders ist als das Land, fahren wir morgen mal in eine kleine Millionenstadt vor den Toren Pekings, wo wir einen Couchsurfer besuchen, der sehr nett zu sein scheint. Tickets sind gekauft, Hotel bezahlt und Rucksaecke packen wir gleich. Es geht uns super und wir erleben jeden Tag Dinge bis der Kasten voll ist - mussten uns heute mal bei Starbucks eine Pause goennen - sehr nett.
Liebe Gruesse, SCJM
Montag, 17. Oktober 2011
Peking 4
Wir haben es jedenfalls nach Peking geschafft, durch die Steppe der Mongolei und die Auslaeufer der Gobi sind wir am Ende der Strecke, die man entfernt noch als Transsib bezeichnen kann. Einen China-IC und einen Shenzen (oder wie der Superschnellzug hier heisst) haben wir heute auch schon gesehen. Wir haben ein etwas kahles, aber sonst ganz nettes Zimmer im Hostel gefunden und sogar das erste Restaurant besucht. Was wir gegessen haben wissen wir nicht, aber es ist bisher dringeblieben. Man hat die Wahl zwischen Touri-kneipen mit englischen Beschriftungen fuer Touri-preise oder nicht-Touri-kneipen ohne irgendwelche erkennbaren Beschriftungen. Die zweite Sorte ist jedenfalls sehr viel billiger ...
Peking 3
Jetzt ist es amtlich, nur wenn wir einen anonymisierenden Server in Deutschland anwaehlen, koennen wir an unserem Blog weiterschreiben ... schon seltsam, jedenfalls versichern uns die anderen Gaeste im Hostel, dass das die Effekte der Zensur sind ... tolle Eigenwerbung fuer das Land. Ansonsten haben wir einen sehr angenehmen ersten Eindruck. Vom Zugfenster aus sieht das Land viel aufgeraeumter aus als das, was wir in den letzten Wochen erlebt haben. Ich schreibe mal noch ein paar Sachen, aber ich weiss nicht, was davon auf unserem Blog erscheinen wird. Also, wenn unser Blog in der naechsten Zeit schweigt, dann wahrscheinlich wegen des eingeschraenkten Netzzugangs. Wir sind froh, hier zu sein - die Baeume sind gruen, die Temperaturen angenehm, die Luft ist deutlich besser als in Ulan Bator ... Peking wir kommen.
Gruss aus Peking
Posten aus China scheint nicht zu klappen, wegen Internetueberwachung ... schade, aber kein Grund zur Sorge. Wir wissen nicht, ob Ihr das lesen koennt.
Gruss aus Peking II
Gerade einen laengeren und einen kuerzeren Post abgesetzt. Es sieht so aus, als ob die Staatsmacht hier dazwischen funkt. Wir sind wohlbehalten in Peking angekommen alles gut - nicht wundern, wenn wir in der naechsten Zeit nichts schreiben, liegt wahrscheinlich an den Behoerden und nicht an uns.
Viele Gruesse
Matthias
Viele Gruesse
Matthias
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Schoenes WG-Leben
Bei Schneeregen und Sturmboeen die letzte Nacht in der Jurte verbracht, das wars dann erst mal mit dem Landleben. Dank einer sehr fuersorglichen Jurtenherbergsmutter, die nachts um drei unseren Ofen wieder anheizte, sind wir alle so weit wieder gesund - und endlich konnten wir mal die Medikamente brauchen, die wir seit Wochen mit uns rumschleppen, soll ja nicht umsonst gewesen sein.
Stattdessen jetzt mal ein Hostel in einer Privatwohnung (wieder in UB), die Vermieter teilen ihre Wohnung mit Reisenden, fuer die sie fuenf ihrer sechs Zimmer zur Verfuegung stellen. Auch nachts ohne Aufwand warm, kein Dauerdurchzug, Licht, Wasserkocher, Klo und Bad mit fliessendem Wasser, ohne rauszugehen - und Internet gratis. Das ist natuerlich nicht zu schlagen durch die Genugtuung in der Jurte, den Ofen dann nach einer halben Stunde doch wieder angekriegt zu haben und gegen den Ausblick aus dem Kloverschlag auf unendliche Weiten mit grasenden Wildpferden....
Uebrigens tauchen wir auch in einem Blog eines anderen Reisenden auf - Adrian aus der Schweiz haben wir bei der Jurte getroffen, wo wir eine Woche lang waren, siehe unser Post "Janz weit draussen". Das Foto, auf dem zwei Maenner auf dem Pferd liegen, haben wir sehr aehnlich auch gemacht...
http://tripitis.wordpress.com/
Stattdessen jetzt mal ein Hostel in einer Privatwohnung (wieder in UB), die Vermieter teilen ihre Wohnung mit Reisenden, fuer die sie fuenf ihrer sechs Zimmer zur Verfuegung stellen. Auch nachts ohne Aufwand warm, kein Dauerdurchzug, Licht, Wasserkocher, Klo und Bad mit fliessendem Wasser, ohne rauszugehen - und Internet gratis. Das ist natuerlich nicht zu schlagen durch die Genugtuung in der Jurte, den Ofen dann nach einer halben Stunde doch wieder angekriegt zu haben und gegen den Ausblick aus dem Kloverschlag auf unendliche Weiten mit grasenden Wildpferden....
Uebrigens tauchen wir auch in einem Blog eines anderen Reisenden auf - Adrian aus der Schweiz haben wir bei der Jurte getroffen, wo wir eine Woche lang waren, siehe unser Post "Janz weit draussen". Das Foto, auf dem zwei Maenner auf dem Pferd liegen, haben wir sehr aehnlich auch gemacht...
http://tripitis.wordpress.com/
Angela besucht uns ...

Angela Merkel ist zu uns in die Mongolei gekommen ... und ... der Spiegel schreibt auch ueber unsere Reise. Aus Gruenden der Privatsphaere haben wir aber beide gebeten, es nicht so an die grosse Glocke zu haengen, deswegen tauchen unsere Namen in den Berichten nicht auf ...
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Versorgungssicherheit
Da uns diesbezueglich immer wieder besorgte Nachfragen erreichen, moechten wir zur Beruhigung sagen, dass sowohl Russland als auch die Mongolei flaechendeckend mit Windeln und anderem Drogeriebedarf ausgestattet ist. Das Windelregal im groessten Supermarkt in UB (und damit wohl der gesamten Mongolei) ist etwa so gross wie das von dm, Rossmann und Schlecker zusammen. Denn dort sind nicht nur Pampers und Huggies zu finden, sondern saemtliche amerikanischen, franzoesischen, deutschen, chinesischen Expats verlangen dort ihre gewohnten Windeln zu finden. Uebrigens wurde das Baby in der Jurte (siehe Post) auch in Pampers gewickelt, wenn es nicht herzhaft auf den Jurtenboden k... durfte.
Daher trinkt Jasper jetzt auch wieder das gute Milasan und versucht sich an Humana Babybrei (mag aber den Bananengeschmack nicht). Sogar vierlagige Taschentuecher gibt es selbst in der mongolischen Abgeschiedenheit, die waren eher in den USA schwer zu finden....
Ausserdem schleppen wir noch immer eine Tuete Haribo mit uns herum, um bei Gelegenheit mal tolle deutsche Suessigkeiten zu verteilen. Voellig unnoetig - das Hariboangebot gibt es hier neben Maoam, Werthers Echten, Ue-Eiern und Lindtprodukten in jedem noch so kleinen Supermarkt in der Provinz.
Angesichts dessen ist es eigentlich erstaunlich, dass es immer noch kein Frueh-Koelsch und kein Radeberger in der Mongolei gibt. Bloss Bitburger, Budweiser und verschiedene andere internationale Bierimitationen... Aber die Fruehbrauerei hat mir schon mal auf die Frage, warum man in Berlin kein Pittermaennchen (kleines Fass)kaufen kann, geantwortet, dass sie ja nicht in jedes Provinzkaff liefern - kann also noch was dauern, bis sie den asiatischen Markt fuer sich erobern.
Daher trinkt Jasper jetzt auch wieder das gute Milasan und versucht sich an Humana Babybrei (mag aber den Bananengeschmack nicht). Sogar vierlagige Taschentuecher gibt es selbst in der mongolischen Abgeschiedenheit, die waren eher in den USA schwer zu finden....
Ausserdem schleppen wir noch immer eine Tuete Haribo mit uns herum, um bei Gelegenheit mal tolle deutsche Suessigkeiten zu verteilen. Voellig unnoetig - das Hariboangebot gibt es hier neben Maoam, Werthers Echten, Ue-Eiern und Lindtprodukten in jedem noch so kleinen Supermarkt in der Provinz.
Angesichts dessen ist es eigentlich erstaunlich, dass es immer noch kein Frueh-Koelsch und kein Radeberger in der Mongolei gibt. Bloss Bitburger, Budweiser und verschiedene andere internationale Bierimitationen... Aber die Fruehbrauerei hat mir schon mal auf die Frage, warum man in Berlin kein Pittermaennchen (kleines Fass)kaufen kann, geantwortet, dass sie ja nicht in jedes Provinzkaff liefern - kann also noch was dauern, bis sie den asiatischen Markt fuer sich erobern.
Zahn Nr. 2
Karakorum
Heute sind die Machtverhaeltnisse ziemlich eindeutig, die Mongolen (2,5 Mio) graulen sich so bisschen vor den Chinesen (1.300 Mio). Die Sinisierung ist wirtschlaftlich allerdings schon laengst passiert. Der groesste mongolische Betrieb hat grade mal 600 Angestellte und stellt Bier und Vodka her...
Viel uebriggeblieben ist von Karakorum jedenfalls nicht (vergleiche Bild oben), aus den Resten hat man ein Kloster gebaut. Haben wir uns gestern angesehen, sehr weitlaeufig ...
Der Herbst hat uns wieder eingeholt. Heute hat es eine Weile geschneit, regnet immer noch - wir haben einen Tag im Internetcafe eingelegt. Clemens schaut Maus, Sabine schreibt Email, Jasper lutscht getrockneten Joghurt (der zweite Zahn ist da).
Und wir schlafen schon wieder in der Yurte, war nicht so gedacht, aber das Hotel hat die Heizung noch nicht angeworfen, da ja noch nicht Winter ist, also nochmal selber heizen. In der Nacht legt aber die Camp-leiterin oder ihr 11-jaehriger Sohn nach. Sie hat noch zwei Toechter 4 und 2 Jahre alt - endlich wieder Spielfreunde fuer Clemens.
Aber so oder so, wir haben beschlossen, dass wir genug Steppe gesehen haben und wollen Ende der Woche weiter. Unterkuenfte in Peking sind angefragt, ein paar letzte Plaene fuer Ulan Bator gemacht. Matthias liest fleissig den Reisefuehrer fuer China. Inzwischen sind wir ganz gut eingespielt, was das Reisen angeht.
Wir gehen mal Mittag machen.
Freitag, 7. Oktober 2011
Stadt statt Steppe
Wir sind wieder in UB und betreiben Reiseplanung, erholen uns vom Urlaub auf dem Lande und sind alle vier krank. Der Junge der Gastfamilie (3 Mon) hatte Fieber, Husten, Durchfall ... jetzt haben wir es. Wir schniefen wie die Weltmeister und suchen nach Aktivitaeten, die Clemens auch so Spass machen, heute waren wir im LEGO-shop, bis die Bedienung uns rausgeschmissen hat. Machmal koennen wir die WDR-Maus (Sendung mit der Maus) online schauen, ansonsten fehlen ein bisschen die Altersgenossen, und immer nur raufen mit Papa scheint sich auch abzunutzen ...
Wir sind wieder bei Ulrich in der Einraumwohnung, er hat extra eine Matratze fuer Besucher gekauft ... schoen, wenn man solche Freunde hat!
Liebe Gruesse
MSCJ
PS: vielen Dank fuer Eure Kommentare! Wir sind immer froh, zu wissen, wenn jemand unsere Botschaften in die Weiten des Internet liesst!
Wir sind wieder bei Ulrich in der Einraumwohnung, er hat extra eine Matratze fuer Besucher gekauft ... schoen, wenn man solche Freunde hat!
Liebe Gruesse
MSCJ
PS: vielen Dank fuer Eure Kommentare! Wir sind immer froh, zu wissen, wenn jemand unsere Botschaften in die Weiten des Internet liesst!
Janz weit draussen
Unser Urlaub auf dem mongolischen Lande ist vorbei, wir sind wieder in Ulan Bator. Wir hatten acht tolle Tage auf dem Lande: zwei Stunden Ochsenkarren fahren, bei Nacht im Schneesturm - alle warm geblieben ausser Matthias; in der Yurte (heisst hier eigentlich Ger) schlafen, was bei nachts -10 C draussen bedeutet, dass einer um 4 wieder Feuer machen muss und um 7 nochmal (tagsueber in der Sonne schoen warm, im Schatten so um die 10-15C); Kuhfladen einsammeln, damit die Tiere im Winter Einstreu haben ... (Stroh gibt es nicht in der Steppe), es geht die Maer um, der Dung wuerde auch zum Heizen verwendet ... was die Gastgeberin nicht sagen wollte, aber es wuerde einen nicht wundern, da es fuer "Vorrat" keine mongolische Uebersetzung gibt (Holz wird jedenfalls immer nur fuer einen Tag gemacht); Kochwaesche auf dem Holzofen waschen, ging besser als gedacht; morgens die Eisschollen vom Bach mit Kieseln zerschiessen - war bei Clemens sehr beliebt; reiten - runterfallen - wieder aufsteigen ... Glueck gehabt (Matthias); Clemens war sehr tapfer und hat den Familienhund alleine (!) an seiner Hand schnuppern lassen - das war super tapfer; vergohrene Stutenmilch (Airag) und Ziegenvodka trinken, dh. vergohrene und destillierte Ziegenmilch warm gemacht und mit Ziegenbutterfett gewuerzt, was tut man nicht alles fuer einen kleinen Rausch ... ; lernen, wie man mongolischen Milchtee, Teigfladen und Teigstifte baeckt; Kuehe und Ziegen melken; Holz sammeln, hacken; Yurte aufbauen, abdichten, sauber halten ... und am letzten Tag sind wir dann noch auf einen Berg gekrabbelt (von 1500 m auf 1900 m gestiegen) Clemens und Jasper waren sehr tapfer - aber alle sind voellig k.o. Irgendwie schoen das Leben so dicht an der Natur, aber doch auch beschwerlich ...
Froh wieder in UB zu sein,
Matthias Sabine Clemens und Jasper
PS: Das Bild zeigt ein Luftbild vom Standort unserer Jurte (die stand 2003 scheinbar noch nicht dort - die Familien ziehen so 3-4 mal im Jahr um). Das Bild zeigt den Ort im Sommer (die Nordhaenge sind bewaldet, die Suedhaenge spaerlich begrast), als wir da waren war es viel brauner.
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