Mittwoch, 28. September 2011

Schnee in UB

Puenktlich zum Urlaub auf dem Bauernhof haben wir weiße Steppe ... zum Glueck haben wir lange Unterhosen mit ... und fuer Jasper haben wir Fellschuhe gekauft.

Dienstag, 27. September 2011

Udahgue uulzay

...heißt soviel wie Bis bald! Eine Woche lang werdet Ihr nun nichts von uns lesen, denn wir machen Urlaub auf dem Bauernhof auf Mongolisch. Wir werden in einer Jurte (Mongolisch = Ger) schlafen, Milchtee trinken, Kühe, Ziegen etc. melken, Pferde reiten, Mongolisch sprechen, kochen und essen lernen und die Aussicht genießen. Allein die Einführung beim Veranstalter dauerte heute zweieinhalb Stunden, inklusive Sprachkurs. Ob es Strom gibt, wissen wir nicht genau, aber angeblich haben auch die Nomaden Handys, also muss es irgendwo Strom geben. Wir sind gespannt welche Batterien sie verwenden. Bis bald!

Schlaflos in Ulan Bator

Der Zahn ist da! Jaspers erster Zahn ist da - freut sich schon auf die ersten Aepfel und Moehren... nur der Nachtschlaf hat etwas gelitten, aber ansonsten sind wir alle wohlauf in Ulan Bator - zu Gast bei Ulrich, einem deutschen Bauingenieur, der hier bei einem Ingenieurbuero arbeitet. Wir sind sehr froh wieder bei jemandem zu Gast zu sein, der die lokalen Gegebenheiten kennt. Mongolisch ist eine Sprache, die keine Aehnlichkeit mit irgendeiner der uns bekannten Sprachen hat - gehoert entfernt zu den Turksprachen. Wir haben es bisher zu Bairlalaar (Danke) gebracht, alles andere erschliesst sich uns noch nicht.

Dafuer ist die Stadt viel freundlicher fuer Reisende, es gibt nette Cafes, Internetcafes auch, Landkarten, Tourveranstalter etc. Die Stadt selber ist ueberschaubar, aber wir haben schon die ersten Jurten gesehen und zur Zeit ist "Gruene Woche" - man bekommt frisches Gemuese und Kartoffeln und vergorene Stutenmilch, wenn man will ... Die Leute sind so angenehm, einfach so viel mehr laecheln und lachen, Jasper im Tragetuch ist unser Kontaktaufnehmer Nr. 1. Viele, viele freundliche Gesichter. Die Maenner scheinen weniger Macho und die Frauen selbstbewusster zu sein als in Russland. Gefaellt uns sehr. Heute suchen wir uns jemanden, der uns in seiner Jurte beherbergt. Man kann wohl mit dem Milchauto mitfahren um aus UB rauszukommen...

Samstag, 24. September 2011

Elternzeit - Kinderzeit - Bruederzeit

Elternzeit funktioniert prima auch unterwegs, wir verbringen ganz viel Zeit zusammen oder als zwei mal zwei, so kriegt Jasper auch sehr viel Clemenszeit und umgekehrt, was beide sehr geniessen ...

Die Perle Sibiriens

... wir haben sie gefunden - also was die Backpacker-Hostels angeht jedenfalls. Wir sind in Ulan Ude. Der Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien. Immerhin sind hier ein Viertel der Leute Burjaten, europaeische Gesichter sieht man jedenfalls deutlich weniger als asiatische. Und wie sind sie so, die Burjaten in Burjatien? Nett! Allein gestern hat man uns vier mal spontan gefragt, ob wir Hilfe brauchen, auf Englisch und sogar auf Deutsch. Eine Horde Dreizehnjaehriger hat ihr Englisch bei uns ausprobiert und sogar zwei reichlich heitere Zeitgenossen wollten, dass wir ein Foto von ihnen machen. Mehrere Leute kramen ihr Schuldeutsch hervor und versuchen, mit uns Deutsch zu sprechen. Einer bei dem wir erst nicht sicher sind, ob wir uns von ihm den Weg zeigen lassen wollen, erzaehlt uns, dass er sich Texte von Rammstein (deutscher Hard Rock) uebersetzt ... er verabschiedet sich mit "deutsch - akkuratnui!" ... seine Hand zeigt an "voll akkurat Alter" ...

Wir sind eine Tagesreise von Irkutsk weg und man laechelt!!! Es gibt Kinder! Viele! Spielplaetze an jeder Ecke und gelassene Erwachsene, die ihren Kindern zuschauen. Wir fuehlen uns wunderbar. Die Sonne scheint immer noch jeden Tag (soll aber Mitte naechster Woche deutlich kaelter werden, auch in der Mongolei), Clemens findet inzwischen sehr schnell Anschluss auf den Spielplaetzen. Sand schaufeln und Zeug auf der Rutsche runterrutschen lassen, zusammen lachen und schon ist man eine Tinte.

Jasper ist gewachsen. Wir haben keine Ahnung, was er wiegt, aber er wiegt ganz schoen. Voellig rund und ausgeglichen, gibt weiterhin den Herzenbrecher, ruft viel Freude hervor. Gestern ist er 6 Monate geworden, kann die Flasche alleine halten, sabbert wie ein Weltmeister, aber noch kein Zahn und will schon immer mitessen, aber spuckt dann doch alles andere als Milch wieder aus.

Aber zur Perle Sibiriens - also wir haben die Perle der Backpacker-Hostels in Sibirien gefunden. Gebaut als Blockhausanbau an der Doppelhaushaelfte, eingerichtet von einer 4er Familie - Tochter und Sohn studieren in der Stadt, alle vier sprechen gut Englisch und sind als Familie gereist, als die Kinder so klein waren wie unsere. Die Einrichtung ist einfach, die Preise vernuenftig und alles da, was man braucht - als Wandergruppe oder als Familie, inklusive (verstimmtem) Klavier und (wenn auch sehr langsamem) Computer ohne Aufpreis. Waschmaschine, Kueche inklusive den Dingen, die man nicht immer mit sich rumschleppen will. Wunderbar! Wir haben schon gleich mal zwei Tage vor allem ausgeschlafen und das haeusliche Gefuehl genossen.

Im Regal steht "Archipel Gulag" von Solschenizyn, der Huettenwart ist buerger- und umweltbewegt und man merkt, dass man gar nicht anfangen kann zu erzaehlen, wieviel brach liegt in diesem Land und was man anpacken muesste. Sein Projekt ist es, die Region Baikal-Transbaikalien erwanderbar zu machen, Wege anzulegen, Huetten zu errichten, Begegnungen mit Natur und Menschen moeglich zu machen, und das mit Geld von Stiftern, wenigstens 2 Millionen Euro will er auftreiben. Die erste Runde Foerderung kam von US-AID (amerikanische Entwicklungsorganisation). Faszinierende Einblicke in ein wieder anderes Russland - vielleicht eines, das uns gefehlt hat bisher.

Wir sind soweit, der Zug nach Ulan Bator geht morgen mittag und ein Ticket haben wir auch. Diesmal wieder im eigenen Viererabteil. Grossraumwagen mit zwei Hunden in der Kiste unter der Bank und aus der Schuessel schwappendem Hundefutter war dann doch was viel fuer Clemens und Sabine ... obwohl sich auch das zurechtschob nach ein paar Stunden ... als Entschaedigung haben wir uns fuenf Nachtische mit Limonade, Tee und zwei Kaffee gegoennt, immerhin war der Speisewagen leer, gelueftet und das Zugradio war still ... morgen jedenfalls wieder Viererabteil.

Dienstag, 20. September 2011

Baikal - Olchon

Wir sind wieder in Irkutsk. Wir haben uns eine Woche Urlaub vom Urlaub genommen und sind nach Chuschir auf Olchon (der Urlaubsinsel im Baikalsee) gefahren. War wie ein Besuch bei meiner Grossmutter 1976. Wir haben es genossen. Und endlich Kuehe ... wir haben uns schon gefragt, woher der Kaese hier kommt. Immerhin ein grosser Teil des Biers hier schein Importware aus Europa, aber das ist wieder ein andere Geschichte. Auf Olchon gab es jedenfalls Kuehe und die liefen frei rum. Zu Clemens' grossem Vergnuegen konnte man daher auch mit Kukacke spielen - lag ja ueberall rum. Inzwischen kann Clemens auch beurteilen, ob eine Kuh ein grosses oder ein kleines Euter hat. Wir durften mal wieder beim Melken zuschauen - fast so wie in der Eifel - nur mit der Hand, unter freiem Himmel, ohne fliessend Wasser und ohne Kuehlung. Immerhin die Kuehe sehen fast genauso aus und duerfen sogar ihre Hoerner tragen.

Frei rumlaufen duerfen auch die Hunde - fand Clemens nicht so super, aber er war sehr mutig und hat sich sogar mit einem kleinen Hund angefreundet - Hoehe 24cm (Ohrenspitzen) und mehr Angst als Clemens.

Am Ende der Woche kam fuer zwei Tage die Sonne raus und wir haben es genossen! Eine Reise zur Nordspitze im Gelaendewagen musste sein, von da kann man die eigentliche Groesse des Sees erahnen und die Steppenlandschaft geniessen. Die Reste eines Gulag stehen da, Beschreibung Fehlanzeige, war eben da - so selbverstaendlich, wie die Stromanbindung zwei Doerfer nach dem Hauptort endet. Wie die anderen sich versorgen ist nicht ganz klar, die Wetterstation hat Wind- und Solarenergie, welche Batterien sie wohl verwenden ... Die Reise endet mit einer interkulturellen Erfahrung an deren Ende ich nach langer Debatte dann doch mein Wechselgeld bekam, aber nicht ohne Faschist geschimpft zu werden und mit einem Tritt in den Hintern - auch lange nicht gehabt. Die Russen hatten uns ja vor den Burjaten gewarnt ... aber so direkt haette ich das nun auch wieder nicht haben muessen ... meinen Hut habe ich auch noch liegen lassen im Auto - nach Nachfrage im Buero des Veranstalters und einer viertel Stunde stur rumstehen kam er dann doch wieder, gebracht von der Tochter des Hauses ... versteh einer die Burjaten ...

Unsere Vermieterin war super nett - auch Burjatin und Oekonomin. Kam Perestroika, Betrieb kaputt, neues Leben auf dem Lande bei Schwiegermutter und Ferienwohnungen fuer Stadtmenschen. Den Preis fuer unsere Unterkunft mussten wir auch drei Mal verhandeln. Am Ende waren wir uns aber einig, dass es auf das Geld weniger ankommt und es sehr schoen war und sie uns sehr gern als Gaeste hatte.

Insgesamt sind die Preise erstaunlich hoch. Die Preise sind wie in Deutschland uns zum Teil darueber, hier und da auch darunter, aber man fragt sich, wie man mit einem russischen Einkommen hier ueber die Runden kommt. Auf der Insel kostet ein Taxi fuer 5km 12 Euro, 1l Milch 1 Euro, 1 Stueck Butter 1,5 bis 2 Euro. Brot kostet fast nichts, ein geraeucherter Fisch 1.50. Eine Ladung Waesche 12,50 ... als Sonderangebot ... mit der Hand gewaschen ... im Hotel in Irkutsk, die Stadt hat 650.000 Einwohner. Die Preise scheinen verstaendlicher, wenn man sieht wie viele Leute an einer Sache beteiligt sind. Eine Strassenbahn mit einem Wagen hat 2 Angestellte an Bord, den Fahrer und den Kartenverkaeufer. Baustellen sehen eher aus wie Schaustellen, soviele Schauende gibt es. Irgendwer verdient jedenfalls Geld ... so viele Nobelkarossen wie hier zwischen den alten Ladas rumfahren ... was kostet eigentlich eine Mercedes S-Klasse mit Panzerglasscheiben und Sondermotorisierung?

Na wie auch immer, unsere Zeit in Russland geht zu Ende wir lesen schon fleissig im Reisefuehrer fuer die Mongolei. Unsere erste Unterkunft in Ulan Bator ist gesichert, die letzte in Russland - genauer in Burjatien - auch. Noch einmal treffen wir eine Couchsurferin. Morgen sind wir aber erst nochmal Touristen und fahren die alte Transsib-strecke am See entlang - im Sonderzug.

Eine Bahnfahrt...

Gar nicht so einfach, an diesem Ort noch mal ans Bahnfahren zu denken: Im Moment sitze ich (Sabine) mit ca. 40 maennlichen Russen zwischen 12 und 30 Jahren in einem "Internet-Salon" in Irkutsk im Keller, keine Fenster, knapp 30 Grad, alle spielen Internet-Computerspiele, teils miteinander und reden wild durcheinander. Und die Russen rauchen.
Gut, das ist ein Ansatz - die Russen rauchen. Im Zug gluecklicherweise nur in den dafuer vorgesehenen Raeumen zwischen den Waggons. Aber wenn dort nur genug Leute rauchen und man in einem Abteil gleich hinter der Raucherzone faehrt, kriegt man reichlich davon ab. Mit etwas Pech mischt sich das mit den Toilettengeruechen, eine feine Mischung....

Die Transsib ist ein Abenteuer, eine optisches, akustisches und olfaktorisches Erlebnis, aber auch eine ganz gewoehnliche Bahn. Was uns positiv ueberrascht hat: Hier fahren vor allem ganz normale Leute mit ganz normalen Reisegruenden mit, auch Familien mit Kindern. Meistens gab es im gleichen Waggon ein bis zwei Kinder im gleichen Alter wie Clemens, mit denen er sich schnell angefreundet hat. Das war eine grosse Erleichterung fuer uns und die anderen Eltern, denn so waren dann meist die Kinder miteinander entweder in unserem oder dem anderen Abteil. Am liebsten aber im Gang, rumrennen, Bonbons von anderen Passagieren einsammeln und Unsinn anstellen.
Aber ja, es gab auch Langeweile, kein Wunder bei zweieinhalb Tagen im Zug... Das war unsere laengste Strecke, von Ekaterinburg bis Irkutsk. Vorher zweimal ca. 27 Stunden, Berlin-Moskau und Moskau-Ekaterinburg.

Also wie ist das Leben im Zug?
Die Zeit verfliegt wie im Zug... Allein das Organisieren von Essen, Schlafen, Stillen, Wickeln, Spass haben, Clemens davon abhalten, den Zug auseinander zu nehmen, sich ueber die Orte zu informieren, an denen man vorbeikommt (welcher Fluss war das?), benoetigt fast alle Zeit. Schreiben ist quasi unmoeglich bei dem Gewackel.
Im Einzelnen: Essen: Eigentlich die ganze Zeit, mitgebrachtes und an den Bahnhoefen gekauftes. Hin und wieder haelt der Zug laenger. Dann kann man aussteigen und bei Einheimischen Selbstgekochtes oder Nippes kaufen. Manchmal auch ein Eis... Der Speisewagen ist sehr teuer und sehr gut, also selten besucht, abends eher Bier- und Wodkakneipe.
Schlafen: Zweimal zwei Betten uebereinander, auf die Kunstledersitze legt man eine dicke Matte, Bettwaesche, Decken und Handtuecher werden gestellt und waren sauber. Das Wackeln hat vor allem Jasper erst sehr gestresst, letztlich hat er sich daran gewoehnt und in seiner vierten Nacht im Zug hatte er ein Bett fuer sich und hat 12 Stunden durchgeschlafen. Clemens sowieso.

Und manchmal war sogar Zeit, aus dem Fenster zu schauen und sibirische Landschaft zu meditieren.... In seiner Eintoenigkeit aber sehr schoen. Und der September ist eine fantastische Reisezeit, vor allem wenn man so viel blauen Himmel hat. Ausser Millionen von Birken und Kiefern gibt es hin und wieder ein Dorf - 100 Holzhaeuser, eine Zementfabrik, eine Saegerei, ein Bahnuebergang - Fabriken mit unglaublich schwarzem Rauch, sanfte Huegel. Was es alles nicht gibt: Kuehe, Felder, Windraeder.

Freitag, 16. September 2011

Sibirien

... ist gross! Wir sind am Baikalsee - der Perle Sibiriens. Der Pol der relativen Unzugaenglichkeit ist er sicher nicht, aber doch ganz schoen j.w.d. Daher auch wenige Berichte in letzter Zeit. Reisen ist ein Vollzeitjob. Die Zeitung aus Deutschland haben wir dann nach 2 Wochen ungelesen weggeworfen. Ausser dem Reisehandbuch auch keine Seite gelesen. Postkarten: 4.

Clemens und Jasper sind super Reisende (Puteschestveniki). Clemens laeuft tapfer zu Fuss und ist sehr umgaenglich. Jasper ist unser Obersympathietraeger - lacht die Leute an - wenn er nicht grade Auto fahren muss, ist die Welt super. Das Publikum ist gespalten, ob er nicht zu kalte Fuesse hat oder so ein kleiner Junge doch noch nicht Zug fahren sollte, oder ob es toll ist fuer beide Kinder so weit zu reisen.

Inzwischen haben wir mehrfach Internetbekanntschaften getroffen, die einer Seite fuer Reisende angehoeren (Couchsurfing.com). Die Erfahrung, lokale Leute zu treffen, ist eine grosse Bereicherung. Bei zweien haben wir uebernachtet, unglaublich freundlich und umsichtig in Ekaterinburg. Mehrere haben wir getroffen zum Tee, zum Spielen fuer Clemens, zum Essen oder auch zu lokalen "Vereinstreffen" der "Couch-surfer".

Fuer eine Woche haben wir uns Urlaub im Urlaub genommen und sind an den Baikalstrand auf die Insel Olchon gefahren. Matthias darf den Ofen mit Holz heizen, warmes Wasser gibt es aus dem Samowar, der Kuehlschrank haelt die Lebensmittel warm da die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt liegen. Milch, Sahne und Gemuese gibt es bei der Vermieterin. Reis, Nudeln und Kaese im Nachbarort. Clemens und Matthias haben Holz fuer ein Lagerfeuer gesammelt und heute probieren wir die Banya aus (sibirische Feuchtsauna).

Vorgestern waren wir Pilze sammeln, doppelt soviel wie wir essen konnten. Zur Sicherheit haben wir die Frau im Laden befragt, welche davon gut sind. Dazu Brei aus frischen Kartoffeln - hat super geschmeckt. Nur lange drin geblieben sind sie nicht, die Pilze. Interessanterweise war die Verweildauer recht unterschiedlich. Matthias 2 Stunden, Sabine 4 Stunden, Clemens 4-12 Stunden. Gestern haben wir dann Gemuese in frischer Sahne geschmort, das scheint unkritisch gewesen zu sein.

Gestern haben wir den Hauptort der Insel inspiziert (Chuschir). Die Klippen vor dem Dorf sind einer der neun zentralen spirituellen Orten Sibiriens ... steht so dran ... Sibirien ist gross. Schoen ist es.

Der See ist auch gross. 600 km+ in Nord-Sued-Richtung. Eher eine Region als ein Ort. Boot fahren kann man lokal - wenn das Wetter gut ist? - was gutes Wetter ist ... wir werden telefonieren ... Das Tragflaechenboot nach Irkutsk faehrt leider nicht mehr, weil die Sommersaison am 20.8. vorbei ist. Daher zurueck wieder Kleinbus fahren (Marschroutka) - keine guten Nachrichten fuer Jasper - wenn er nicht schlief oder gestillt hat, hat er geschrien. Mit 100 Sachen durch Schlagloecher ist kein Spass fuer ihn.

7.000 km in Sandalen

Et Levve is joot. Aachen - Sonne, Berlin - Sonne, Moskau - Sonne, Ekaterinburg - Sonne, Transsib - Sonne, Irkutsk - Sonne + erstes mal Regen + kalt, Baikalsee - Sonne, windig, kalt, Regen wieder Sonne Regenbogen. Einmal fuenf Schneeflocken. Et Leeve is joot.

Montag, 5. September 2011

Jekaterinburg - wir sind in Asien



Ekaterinburg - wir couchsurfen! Evgeny, Marina, Arina and Polina haben uns ueber Couchsurfing.com zu sich eingeladen. Wir hatten vier Kontakte angefragt und drei Einladungen erhalten - Evgeny ist Physiker und Manager und arbeitet in der Akademie der Wissenschaften im Elektrischen Institut und macht da das, was ich zu Hause mache. Geld beantragen, verausgaben, Projekte einwerben, Verwaltung, Mitarbeitern Beschaffungen ermoeglichen, unbeschaffbare Dinge beschaffen und fuer angenehmes Arbeitsklima sorgen - und dazu hat er Talent - eine Menge. Marine ist Innenarchitektin und hat mal eben unsere Wohnung analysiert. Wenn wir zurueckkommen wissen wir, wie wir unser Wohnzimmer einrichten werden. Auf dem Bild sind wir gemeinsam an der Grenze zwischen Europa und Asien - an der richtigen Stelle, nicht da wo die Touristen an der Autobahn abgefruehstueckt werden. Wir sind adoptiert - Jasper ist offizieller Familienkoenig und Clemens kriegt soviel weibliche Aufmerksamkeit wie er sich nur wuenschen kann - unglaublich!


Transsib Teil 1


Wir haben den Zug geschafft! Irgendwie haben wir den richtigen Riecher gehabt und sind mal doch 90 Minuten vor Abfahrt auf dem Bahnhof gewesen (wer haette das gedacht ...) - am Ende haetten auch 10 min gereicht, aber um das rauszukriegen haben wir eine Stunde gebraucht... Unsere russischen Bekanntschaften in Moskau hatten uns einige Warnungen mit auf den Weg gegeben - von Skepsis bis zu glatter Empfehlung es nicht zu tun, die Zuege seien auch nicht das, was man in Europa erwarten wuerde, und Russen wuerden nie mit Ihren Kindern in der Transsib fahren ... Zu unserem Glueck haben sich nicht alle dran gehalten und allein in unserem Wagon waren 4 weitere Kinder in Clemens Alter. Dima (3) war mit seiner Grosstante unterwegs und Elena (4) mit ihren Eltern. Fussballspielen auf dem Gang, Malen, Rumrennen, da was essen, hier was naschen, Schwaetzchen beim Nachbarn, Schwaetzchen bei uns - mit viel Hand und Fuss und ein paar brocken Russisch. Dazwischen waehrend Aufenthalten auf dem Bahnsteig Eis und Bier und vorgekochte Frikadellen kaufen - da hat man sein Tun. Die Wagonschaffnerin erlaubt uns ein Foto auf dem Bahnsteig mit Dima und Grosstante. Vokabeln lernen Karten schreiben, Reisefuehrer lesen sind die Dinge, die wir jedenfalls nicht geschafft haben. Und draussen ... Landschaft ... viel Landschaft ... sehr viel Landschaft: Wald Wald Wald Wald Wald Sumpf Blockhaus Wald Wald Wald Wiese Blockhaus Wald Wald Wald Dorf Wald Bahnsteig Wald Wald Heide Wald Wald Stadt Bruecke Werk Wiese Wald Wald Wald Wald Wald ... und auf einmal ist da Ural und man merkt es nicht mal, ein Zeichen an der Strecke und wir sind in Asien, Ekaterinburg wir kommen.

Tschuess Moskau


Moskau war angenehmer als gedacht, wir haben Spielplaetze gefunden, es gibt auch ruhige Orte, die U-bahn funktioniert super, mit Kind im Tragetuch bekommt man sofort einen Platz angeboten und auch abends kann man sich sicher fuehlen. Nur die Luft ist ziemlich schlecht und essen gehen ist teuer. Man bekommt alles, aber selbst da wo die Einheimischen hingehen ist man schnell ziemlich viele Euros los. Das Zentrum von Moskau scheint eine Stadt ohne Mittelklasse zu sein, die Strassen sind voll mit Mercedes (nur die groesseren Modelle), BMW, Porsche am liebsten als SUV, kaum Kinder im Zentrum. Wie wir spaeter erfahren kann leben im Zentrum nur die Leute mit viel Geld und die, die noch nicht wegziehen konnten - der "normale" Rest lebt in den Aussenbezirken und pendelt zum Arbeiten und Ausgehen mit der U-Bahn ins Zentrum.

Es hat uns sehr gefreut - auf zu neuen Bahnhoefen!