Wir sind wieder in Irkutsk. Wir haben uns eine Woche Urlaub vom Urlaub genommen und sind nach Chuschir auf Olchon (der Urlaubsinsel im Baikalsee) gefahren. War wie ein Besuch bei meiner Grossmutter 1976. Wir haben es genossen. Und endlich Kuehe ... wir haben uns schon gefragt, woher der Kaese hier kommt. Immerhin ein grosser Teil des Biers hier schein Importware aus Europa, aber das ist wieder ein andere Geschichte. Auf Olchon gab es jedenfalls Kuehe und die liefen frei rum. Zu Clemens' grossem Vergnuegen konnte man daher auch mit Kukacke spielen - lag ja ueberall rum. Inzwischen kann Clemens auch beurteilen, ob eine Kuh ein grosses oder ein kleines Euter hat. Wir durften mal wieder beim Melken zuschauen - fast so wie in der Eifel - nur mit der Hand, unter freiem Himmel, ohne fliessend Wasser und ohne Kuehlung. Immerhin die Kuehe sehen fast genauso aus und duerfen sogar ihre Hoerner tragen.
Frei rumlaufen duerfen auch die Hunde - fand Clemens nicht so super, aber er war sehr mutig und hat sich sogar mit einem kleinen Hund angefreundet - Hoehe 24cm (Ohrenspitzen) und mehr Angst als Clemens. Am Ende der Woche kam fuer zwei Tage die Sonne raus und wir haben es genossen! Eine Reise zur Nordspitze im Gelaendewagen musste sein, von da kann man die eigentliche Groesse des Sees erahnen und die Steppenlandschaft geniessen. Die Reste eines Gulag stehen da, Beschreibung Fehlanzeige, war eben da - so selbverstaendlich, wie die Stromanbindung zwei Doerfer nach dem Hauptort endet. Wie die anderen sich versorgen ist nicht ganz klar, die Wetterstation hat Wind- und Solarenergie, welche Batterien sie wohl verwenden ... Die Reise endet mit einer interkulturellen Erfahrung an deren Ende ich nach langer Debatte dann doch mein Wechselgeld bekam, aber nicht ohne Faschist geschimpft zu werden und mit einem Tritt in den Hintern - auch lange nicht gehabt. Die Russen hatten uns ja vor den Burjaten gewarnt ... aber so direkt haette ich das nun auch wieder nicht haben muessen ... meinen Hut habe ich auch noch liegen lassen im Auto - nach Nachfrage im Buero des Veranstalters und einer viertel Stunde stur rumstehen kam er dann doch wieder, gebracht von der Tochter des Hauses ... versteh einer die Burjaten ...
Unsere Vermieterin war super nett - auch Burjatin und Oekonomin. Kam Perestroika, Betrieb kaputt, neues Leben auf dem Lande bei Schwiegermutter und Ferienwohnungen fuer Stadtmenschen. Den Preis fuer unsere Unterkunft mussten wir auch drei Mal verhandeln. Am Ende waren wir uns aber einig, dass es auf das Geld weniger ankommt und es sehr schoen war und sie uns sehr gern als Gaeste hatte.
Insgesamt sind die Preise erstaunlich hoch. Die Preise sind wie in Deutschland uns zum Teil darueber, hier und da auch darunter, aber man fragt sich, wie man mit einem russischen Einkommen hier ueber die Runden kommt. Auf der Insel kostet ein Taxi fuer 5km 12 Euro, 1l Milch 1 Euro, 1 Stueck Butter 1,5 bis 2 Euro. Brot kostet fast nichts, ein geraeucherter Fisch 1.50. Eine Ladung Waesche 12,50 ... als Sonderangebot ... mit der Hand gewaschen ... im Hotel in Irkutsk, die Stadt hat 650.000 Einwohner. Die Preise scheinen verstaendlicher, wenn man sieht wie viele Leute an einer Sache beteiligt sind. Eine Strassenbahn mit einem Wagen hat 2 Angestellte an Bord, den Fahrer und den Kartenverkaeufer. Baustellen sehen eher aus wie Schaustellen, soviele Schauende gibt es. Irgendwer verdient jedenfalls Geld ... so viele Nobelkarossen wie hier zwischen den alten Ladas rumfahren ... was kostet eigentlich eine Mercedes S-Klasse mit Panzerglasscheiben und Sondermotorisierung?
Na wie auch immer, unsere Zeit in Russland geht zu Ende wir lesen schon fleissig im Reisefuehrer fuer die Mongolei. Unsere erste Unterkunft in Ulan Bator ist gesichert, die letzte in Russland - genauer in Burjatien - auch. Noch einmal treffen wir eine Couchsurferin. Morgen sind wir aber erst nochmal Touristen und fahren die alte Transsib-strecke am See entlang - im Sonderzug.
Hallo Ihr Lieben,
AntwortenLöschenwir haben es geschafft, Mama kann Euch Kommentare hinterlassen.
Liebe Grüße von Vera und Michael, Mama schreibt Euch gleich
Ihr Lieben,
AntwortenLöschenverzweifelt habe ich versucht, Euch zu schreiben. Endlich habe ich es durch Vera geschafft.
Hatte natürlich bevor Ihr von der Insel geschrieben habt, wieder Bauchflattern. Gott sei Dank habt Ihr Euch ja gemeldet. Ich wünsche Euch weiterhin eine gute Fahrt und vor allen Dingen Gesundheit und esst keine "fremden" Pilze mehr! Viel Sonne, gutes Schuhwerk (7000 KM mit Sandalen) und viele schöne Erlebnisse.
Mama und Schorsch
Hallo Weitreisende!
AntwortenLöschenAlso Ihr seid schon unterwegs zu den weinenden Kamelen. Der kleine Hund ist sehr putzig, schaut ziemlich beeindruckt in die Kamera. Weiterhin eine gute Fahrt,
viele Erlebnisse und weniger an so direkten Körperkontakten mit irgendwelchem Schuwerk.
Lieben GRuß auch an Clemens vom Milan und an alle von uns!
Hallo Reisende!
AntwortenLöschenich denke nicht, dass Ihr unterwegs die Zeit habt, Euch in Mongolistik hineinzuarbeiten, trotzdem wollte ich diesen Link nicht verheimlichen:
http://situgen.blogspot.com/ Shamanism and folk-beliefs of the Mongols
Lieben Gruß und weiterhin schöne Reise: Zita