... haben sie noch nicht gespielt, dafuer gabs aber puenktlich zum Nikolaustag "Glo-ooooo-ooooo-ooooo-ria in excelsis deo" und "Oh Tannenbaum" zum Fruehstuecksbuffet. Den Eingang ziert ein reich geschmueckter Tannenbaum und diverse Schneemaenner, Schlitten und Geschenke.
Dafuer witterungsbedingt keine Schokolade :-(
Uebrigens fliegen wir am 14.12. wieder nach Deutschland, am 15.12. kommen wir in Aachen an. Und freuen uns auf Broetchen zum Fruehstueck und Kuchen zum Kaffee...
Und vor allem auf Familie und Freunde!
Dienstag, 6. Dezember 2011
Advent Advent die Sonne brennt
Liebe Freunde,
es wird Zeit, uns zu verabschieden! Wir sind in dem Stadium der Reise angelangt, in dem wir uns von den Strapazen erholen, den Entdeckergeist eingemottet haben und schlicht geniessen. Wir haben dafuer Ko Lanta ausgewaehlt, eine der ruhigeren Inseln um Phuket. Das Hotel hat einen Swimmingpool und andere Kinder und alles ist warm und toll und sogar nachts kann man im Pool baden - insbesondere ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
Da wir so beschaeftigt sind mit geniessen, wollen wir uns schon mal von unseren treuen Lesern verabschieden und ein letztes Mal in den Urlaub vom Urlaub verabschieden.
Wir wuenschen allen eine schoene Adventszeit und freuen uns auf ein Wiedersehen in Deutschland, bis bald,
Matthias Sabine Clemens und Jasper
es wird Zeit, uns zu verabschieden! Wir sind in dem Stadium der Reise angelangt, in dem wir uns von den Strapazen erholen, den Entdeckergeist eingemottet haben und schlicht geniessen. Wir haben dafuer Ko Lanta ausgewaehlt, eine der ruhigeren Inseln um Phuket. Das Hotel hat einen Swimmingpool und andere Kinder und alles ist warm und toll und sogar nachts kann man im Pool baden - insbesondere ohne einen Sonnenbrand zu bekommen.
Da wir so beschaeftigt sind mit geniessen, wollen wir uns schon mal von unseren treuen Lesern verabschieden und ein letztes Mal in den Urlaub vom Urlaub verabschieden.
Wir wuenschen allen eine schoene Adventszeit und freuen uns auf ein Wiedersehen in Deutschland, bis bald,
Matthias Sabine Clemens und Jasper
Donnerstag, 24. November 2011
Nachtrag - Jangtse

Ja, die Jangste-Kreuzfahrt. Einst eine der beindruckendsten Landschaften der Welt - bevor die Chinesen den Drei-Schluchten-Staudamm gebaut haben. Dafuer decken sie damit jetzt fast zwei Prozent ihres Energiebedarfs. Und Millionen von Menschen wohnen jetzt um die hundert Meter hoeher als vorher.Als wir da waren, war die Landschaft zudem in Dunst getaucht, von der 2 km langen Staumauer haben wir die ersten 200 m gesehen. Aber auf dem Schiff sehr nette Australier, Amerikaner und Deutsche getroffen!
Nachtrag - Shanghai
Achja - in Shanghai waren wir ja auch. Diesmal mehr Bilder als Text - hier zum Beispiel aus dem Technik und Wissenschaftsmuseum.
Und hier Clemens bei seiner Lieblingsbeschaeftigung vor dem Shanghaier Fernsehturm.
Endlich wieder Sommer
Der laengste Herbstanfang unseres Lebens ist vorbei, er dauerte von Anfang September in Sibirien bis Mitte November in Hongkong. Wir sind nun in Chiang Mai, Nordthailand, 18,8 Grad noerdliche Breite und endgueltig im tropischen Klima angekommen. Hongkong hatte dann ja doch ein bisschen Nieselregen fuer uns parat... mussten wir halt shoppen gehen. Aber egal ob zu heiss oder zu nass - man kommt dort fast ueberall zu Fuss hin ohne ueber die Strasse gehen zu muessen: U-Bahn, Malls und ueberdachte Fussgaengerwege oberhalb der Strasse sind nahtlos verknuepft.
Aber nun Thailand. Ja, wir sind nach Bangkok geflogen und haben dort eine Nacht verbracht, haben keine Ueberschwemmung gesehen und auf dem Flughafen selbst haben wir keine Notunterkuenfte wahrgenommen. Blauer Himmel, sehr schwuel. Erst beim Weiterflug nach Chiang Mai konnten wir von oben noch einige Ueberschwemmungsgebiete sehen. Der Ort ist aber mehr als 600 km von Bangkok entfernt, in den Bergen und nicht von Hochwasser betroffen.

Jasper ist zum ersten Mal in seinem Leben geflogen und es ging sehr gut: Beim Starten und Landen gestillt, im flugzeugeigenen Babykorb geschlafen, hat ihm gut gefallen. Auch uns gefaellt er sehr gut dieser Tage: Er hat eine ausgesprochene Fressphase, will jetzt dreimal taeglich die Milchflasche plus Brust plus kleine Haeppchen von unserem Essen. Loeffelkost ist ihm zuwider, dafuer ruehren wir ihm verschiedenes in die Milch (es gab in Hongkong auch Glaeschenkost), Moehrenmilch und Bananenmilch sind ok. Er setzt ordentlich Speck an und ist schon ganz schoen gewachsen und guter Dinge.
Zu Clemens sehr grosser Freude haben wir uns fuer ein Guest House mit Pool entschieden. Das erste Mal konnte er seine Badehose anziehen seit wir losgefahren sind! Viel mehr haben wir heute auch nicht gemacht, ein bisschen essen, lesen, baden, essen. Die Menschen sind hier so freundlich wie wir es lange nicht erlebt haben... Und schoen ist es hier, einfach, gelassen. Koennen wir gut gebrauchen.
Aber nun Thailand. Ja, wir sind nach Bangkok geflogen und haben dort eine Nacht verbracht, haben keine Ueberschwemmung gesehen und auf dem Flughafen selbst haben wir keine Notunterkuenfte wahrgenommen. Blauer Himmel, sehr schwuel. Erst beim Weiterflug nach Chiang Mai konnten wir von oben noch einige Ueberschwemmungsgebiete sehen. Der Ort ist aber mehr als 600 km von Bangkok entfernt, in den Bergen und nicht von Hochwasser betroffen.

Jasper ist zum ersten Mal in seinem Leben geflogen und es ging sehr gut: Beim Starten und Landen gestillt, im flugzeugeigenen Babykorb geschlafen, hat ihm gut gefallen. Auch uns gefaellt er sehr gut dieser Tage: Er hat eine ausgesprochene Fressphase, will jetzt dreimal taeglich die Milchflasche plus Brust plus kleine Haeppchen von unserem Essen. Loeffelkost ist ihm zuwider, dafuer ruehren wir ihm verschiedenes in die Milch (es gab in Hongkong auch Glaeschenkost), Moehrenmilch und Bananenmilch sind ok. Er setzt ordentlich Speck an und ist schon ganz schoen gewachsen und guter Dinge.
Zu Clemens sehr grosser Freude haben wir uns fuer ein Guest House mit Pool entschieden. Das erste Mal konnte er seine Badehose anziehen seit wir losgefahren sind! Viel mehr haben wir heute auch nicht gemacht, ein bisschen essen, lesen, baden, essen. Die Menschen sind hier so freundlich wie wir es lange nicht erlebt haben... Und schoen ist es hier, einfach, gelassen. Koennen wir gut gebrauchen.
Montag, 21. November 2011
Zu Gast bei Freunden

Wir haben unsere Insel der Ruhe gefunden - mitten in Hongkong - genauer gesagt auf einer Insel vor Hongkong - 20 Minuten mit dem Boot und so weit weg wie eine andere Welt: Lamma Island. Boote, Seeluft, Langsamkeit und ein Bioladen, Kaeseladen = Sonneblumenkernbrot, Kaese, Butter und Marmelade - Fruehstueck auf dem Balkon ... home away from home ...
Und wir waren zu Gast bei Freunden, von denen wir bis gestern nicht mal wussten, dass wir sie hatten. Anna und Bernd leben hier mit Milla (4) und Kaya (1) und wir haben den ganzen Nachmittag gequatscht und gechillt und uns sehr zu Hause gefuehlt - alle vier. Danke Anne - danke Bernd!
Wir nehmen Abschied von unserer terrestrischen Reise. Russland - Mongolei - China: drei grosse Laender, drei ganz verschiedene Reisegefuehle - 10 Tkm Zug, Bus, Schiff ... denn morgen fliegen wir - nach Thailand! Suedchina soll sehr schoen sein und viel netter als der Norden, aber wir haben uns entschieden, das auf ein naechstes Mal zu vertagen und stattdessen direkt ins Land des Laechelns zu reisen. Laecheln hat uns gefehlt in den letzten Wochen. (Lamma - wo wir gerade sind - ist da eine Ausnahme!) Wir fliegen morgen nach Bangkok und uebermorgen nach Chiang Mai (Nordthailand). Ueberschwemmungswarnungen haben wir gehoert und genauer geprueft und es sollte passen.
Natuerlich gaebe es noch 101 Geschichten aufzuschreiben, aber da wir gerade mit Chillen* beschaeftigt sind ... koennen wir grade nicht so viel schreiben ... sorry!
* Fuer unsere Eltern: Chillen = Abhaengen, nichts tun, Milchkaffee nachbestellen ... langsam sein, Buecher lesen ... so was.
Montag, 14. November 2011
Back in the free world
YES!! Wir sind zurueck im freien Teil der Welt! Hongkong empfaengt uns mit freundlichen, empathischen Menschen, sauberer und sauschneller Metro, durchgaengig englisch beschrifteten Schildern - und mit frei zugaenglichem Internet! Und 24 Grad mit nur maessiger Schwuele. Und der laengsten Rolltreppe der Welt. Und dreissigstoeckigen Hochhaeusern. Insgesamt fuehlt es sich etwas an wie New York City im Dschungel.
Mit der 1100 km langen Fahrt von Shanghai nach Hongkong (puenktlich auf die Minute) haben wir nun den noerdlichen Wendekreis ueberschritten und sind damit offiziell in den Tropen auf 22 Grad noerdlicher Breite. Das bedeutet im November: warm und trocken. Endlich wieder Sommerklamotten und weiche Luft, Bluetenduft, gruen schimmerndes Wasser sogar im Hafen. Aber natuerlich geht es auch hier nicht ohne Haendler, die einem alle Nas lang etwas andrehen wollen und ohne Dauerbeschallung aus allen Shops (dieser Tage vorrangig Weihnachtsmusik). Dafuer fallen wir hier als Auslaender ueberhaupt nicht mehr auf, davon laufen hier noch mehr herum... Jasper guckt schon ganz fragend, warum denn ploetzlich nicht mehr alle drei Minuten jemand in schallendes Gelaechter ausbricht und ihn hello-hello-hello zum Lachen bringen will.
Clemens findet es klasse, nicht staendig angegrabscht zu werden, dafuer dreht er bei den Temperaturen ziemlich auf und huepft, laeuft, springt ueber Brunnen, Maeuerchen und Baenke. Es geht ihm gut, noch keine Heimwehattacken. Aus Versehen erfuhr er heute, dass er in Aachen gerade St. Martin mit Laternenumzug verpasst hat, war aber nicht so schlimm. Er fand dann, dass es viel schlimmer waere, Karneval zu verpassen!
Fotos folgen.
Mit der 1100 km langen Fahrt von Shanghai nach Hongkong (puenktlich auf die Minute) haben wir nun den noerdlichen Wendekreis ueberschritten und sind damit offiziell in den Tropen auf 22 Grad noerdlicher Breite. Das bedeutet im November: warm und trocken. Endlich wieder Sommerklamotten und weiche Luft, Bluetenduft, gruen schimmerndes Wasser sogar im Hafen. Aber natuerlich geht es auch hier nicht ohne Haendler, die einem alle Nas lang etwas andrehen wollen und ohne Dauerbeschallung aus allen Shops (dieser Tage vorrangig Weihnachtsmusik). Dafuer fallen wir hier als Auslaender ueberhaupt nicht mehr auf, davon laufen hier noch mehr herum... Jasper guckt schon ganz fragend, warum denn ploetzlich nicht mehr alle drei Minuten jemand in schallendes Gelaechter ausbricht und ihn hello-hello-hello zum Lachen bringen will.
Clemens findet es klasse, nicht staendig angegrabscht zu werden, dafuer dreht er bei den Temperaturen ziemlich auf und huepft, laeuft, springt ueber Brunnen, Maeuerchen und Baenke. Es geht ihm gut, noch keine Heimwehattacken. Aus Versehen erfuhr er heute, dass er in Aachen gerade St. Martin mit Laternenumzug verpasst hat, war aber nicht so schlimm. Er fand dann, dass es viel schlimmer waere, Karneval zu verpassen!
Fotos folgen.
Sonntag, 6. November 2011
You never walk alone ...
Endlich - nach Tagen ohne Nachricht ist es mir endlich gelungen, mich wieder einzuloggen. Die Web-kontolleure und die Anonymisierungs-web-sites spielen scheinbar Katz und Maus ... geht - geht nicht - geht - geht nicht ... Wie dem auch sei, wir sind wohlauf, Zahn nummer 4 ist da! Alle "Einser" sind sichtbar. Der Durchfall laesst nach und wir freuen uns mit anderen Reisenden, wenn sich unsere Beobachtungen in diesem Land wenigstens aehneln. Von verstehen sind wir weit entfernt.
Wir staunten allerdings nicht schlecht, als wir Eintritt fuer die Berge bezahlen musste - 30 Euro pro Person! Dazu noch Bus und Seilbahn, als wir oben waren, waren wir schon mal 90 Euro los - ohne Verpflegung, dafuer aber in Gesellschaft tausender Chinesen, die sich auf den komplett betonierten Wanderpfaden stapelten. An den beliebteren Stellen schon mal mit Schlange stehen zwischen 2 und 4 Stunden, nur um den Pfad benutzen zu koennen. Stau am Berg ... und sie sind laut, die Chinesen, schreien, Radios, Handies auf Lautsprecher mit Musik, Fremdenfuehrer mit Lautsprechern ... Wandern auf chinesisch ... und das ganze in der Nebensaison ... wir sehnen uns nach der saechsischen Schweiz.
Kaesestullen ...
... wir vermissen Kaesestullen, mit Butter auf Sonnenblumenkernbrot und dazu Milch von Soebbecke ...
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Terrakottakrieger und andere Wegelagerer
1 - Terrakottakrieger mussten sein - so schnell kommen wir bestimmt nicht wieder und am Ende will man es ja dann doch mit eigenen Augen gesehen haben ... andererseits fuehlen wir uns mehr und mehr gemolken, und so richtig nett sind sie auch nicht. Man merkt schon sehr durch, dass man ein Wirtschaftsgegenstand ist. Aber von vorn.
2 - Wir sind in Xi'an (sprich Chie'ann), mit fast 9 Millionen eine der groesseren Staedte, eine der zweiten Reihe sozusagen, deutlich weniger bekannt als Peking, Shanghai und Hongkong, aber von vielen Touristen wegen der Terrakottaarmee besucht. Die Stadt war zwischen 1.000 v.u.Z bis ca 1.200 fuer insgesamt ueber 1067 Jahre oder so die Hauptstadt (d.h. mit Unterbrechungen). Danach kamen die Mongolen und haben nicht viel stehen lassen und danach haben sie Peking zur Hauptstadt gemacht, weil es dichter an zu Hause war. Ansonsten hat Mao hier in der Gegend seine Partei aufgebaut, die Gegend war lange sehr parteinah, vielleicht daher die Umgangsformen ...
3 - Aber zur Terrakottaarmee: der erste Kaiser von China liegt nahe der Stadt an den Haengen der nordwestlichen Berge begraben - angeblich im groessten Mausoleum der Welt ... sagt die Reiseleiterin. Davon ist heute nur noch ein bewaldeter Huegel zu sehen, was da drin ist wird gerade noch ausgegraben. Bekannt wurde das Grab erst dadurch, dass ein Farmer 1974 einen Brunnen bohrte und den Kopf eines Ton-soldaten zu Tage brachte. Und weil sein Kumpel Journalist war kam die Sache ans Licht und heute signiert der gute Mann immer noch ueberteuerte Bildbaende im Besucherzentrum. Immerhin, die Regierung hat dem Mann 30 Yuan gegeben (Gegenwert heute ca 500 Euro). Und - die Hand von Bill Clinton durfte er schon schuetteln und Clemens und Jasper fand er auch ganz nett - hat jedenfalls gewunken. Wir wuenschen dem armen Mann jedenfalls Alles Gute und das er es nicht so merkt, wie er vorgefuehrt wird.
4 - Aber zurueck zu 1.000 v.u.Z.: Der Kaiser fand jedenfalls, dass seine Grabstaette nicht schick genug sein kann und liess 700-tausend Leute ueber 30 Jahre daran bauen, starb dann auch bald und wurde begraben. Seine Bauleute und Kuenstler, Konkubinen und sonstige Mitwisser starben bei der Gelegenheit gleich mit, sollte ja keiner wissen, was fuer ein tollen Grab der Mann hatte. Damit er im Jenseits nicht ohne Schutz ist liess er ueber 6.000 Ziegelsoldaten einbuddeln. Kehrseite der Medaille war leider, dass sein Sohn schon nach drei Jahren durch einen Volksaufstand umkam und erst mal Schluss war mit seinem Reich. War vielleicht doch bisschen gierig mit dem Grab und so, aber immerhin 3.000 Jahre spaeter kriegt er nun eine Menge Besuch.
5 - Neben dem Kaisergrab haben es die anderen Sehenswuerdigkeiten in Xi'an eher schwer, Eindruck zu machen, aber es gibt ein muslimisches Viertel und viel chinesisches Essen und man kann alles moegliche kaufen. Nur fuer Pampers muss man eine Weile laufen. Einer der Gruende liegt darin, dass man fuer Kinder Hosen verwendet, die im Schritt weit ausgeschnitten sind. Wer mal muss hockt sich hin - spart die Windeln und eine Menge Arbeit. Daher haben wir sowohl Windeln als auch einen Satz solcher Hosen gekauft - schau mer mal ...
6 - Ansonsten sind wir auch froh morgen wieder weiterzufahren - so richtig zum Verweilen waren weder Peking noch Xi'an, irgendwie nervt es fuer jede Kleinigkeit zu bezahlen (ausser fuer die Klos! - liebe Deutsche Bahn, liebe Autobahnraststaetten, das faenden wir auch in Deuschland nett). Zum Beispiel haben wir heute fuer das Buchen von drei Bahntickets 15 Euro gezahlt, 20% des eigentlichen Ticketpreises! Man kann leider nichts machen, weil die Reisebueros die Tickets aufkaufen und dann gegen "Buchungsgebuehr" weitergeben. Sogar den Keks zum Kaffee kriegt man in Rechnung gestellt, der selber auch schon 2,50 Euro kostet ... irgendwie nervig.
7 - Also auf zu neuen Zielen, der Yangtse-fluss ruft und wir haben uns ein besonderes Bonbon gegoennt ... (Oma Helena: Sabine hat gesagt, ich soll an Dich denken bei der Buchung ... hab ich gemacht, tat auch Not ...) wie gesagt, so richtig billig ist das Land nicht... wir haben uns jedenfalls die all-inclusive Reise auf dem Flussdampfer fuer drei Tage gebucht ... drueckt uns die Daumen!
Freitag, 21. Oktober 2011
Peking war schoen ... PS
PS: Bilder koennen wir leider nicht hochladen. Unser Blog erreichen wir nur indirekt (siehe unten), und da klappt es mit den Bildern nicht.
PS2: Jasper und Clemens erregen sehr viel Aufsehen, viele Leute muessen spontan lachen, wenn Jasper sie toternst aus seinem Tuch-nest anschaut. Aber auch Clemens ist scheinbar ein Ereignis fuer viele Chinesen, heute wollte sogar ein Uniformierter ein Foto mit mir ... Leider fassen die Leute auch gerne die Kinder an, was besonders Clemens extrem nervt. Jasper traegt es mit Fassung, aber wir finden es nicht so doll, wenn sie ihm direkt ins Gesicht fassen.
PS2: Jasper und Clemens erregen sehr viel Aufsehen, viele Leute muessen spontan lachen, wenn Jasper sie toternst aus seinem Tuch-nest anschaut. Aber auch Clemens ist scheinbar ein Ereignis fuer viele Chinesen, heute wollte sogar ein Uniformierter ein Foto mit mir ... Leider fassen die Leute auch gerne die Kinder an, was besonders Clemens extrem nervt. Jasper traegt es mit Fassung, aber wir finden es nicht so doll, wenn sie ihm direkt ins Gesicht fassen.
Peking war schoen ... 1
... das war's schon wieder ... Also, wir haben unsere Reisestrategie geaendert und gehen China deutlich strukturierter an als die Laender bisher. Es ist naemlich Halbzeit und China ist gross. Aber von vorn.
Wir koennen Fahrrad fahren! D.h. als Familie, und das ist so super, weil wir ploetzlich mobil sind und in Ruhe die Weiten dieser Hauptstadt entdecken koennen. Jasper faehrt im Tuch vor meinem Bauch und Clemens auf dem Gepaecktraeger hinter Sabine. (Vielen vielen Dank fuer die Leihgabe an Sauers!!! - wir lieben das Tuch und es sieht wirklich schick aus!)
Wir koennen Fahrrad fahren! D.h. als Familie, und das ist so super, weil wir ploetzlich mobil sind und in Ruhe die Weiten dieser Hauptstadt entdecken koennen. Jasper faehrt im Tuch vor meinem Bauch und Clemens auf dem Gepaecktraeger hinter Sabine. (Vielen vielen Dank fuer die Leihgabe an Sauers!!! - wir lieben das Tuch und es sieht wirklich schick aus!)
Peking war schoen ... 2
Der Verkehr fliesst sehr traege, so dass Zusammenstoesse eigentlich nicht vorkommen - man bleibt einfach mal stehen. Fahrradfahren in Peking ist wunderbar, die Fahradwege sind schon mal 4 bis 8 meter breit und die Chinesen fahren selber auch Fahrrad, so dass man als Fahrradfahrer ernst genommen wird. Dazu kommt man meist schneller voran als die Autos im Stau und die Stadt ist einfach Topfboden-platt. Wir haben sehr genuesslich schon zwei Tage die Stadt entdeckt.
Peking war schoen ... 3
Die Stadt ist riesig - die Dimensionen sprengen einfach alles, was wir bisher gesehen haben - auch daher ist das Fahrrad geradezu ideal, weil man zu Fuss schnell an Grenzen stoesst. Die Verbotene Stadt alleine ist .75 km mal .96 km gross, dazu noch ein 59m breiter Wassergraben ringsrum, der Tianamen-platz ist wohl ungefaehr halb so gross und damit der groesste innerstaedtische Platz der Welt. Wir haben mal die Umrisse auf Aachen projeziert - da waere von Elisenbrunnen bis Pontstrasse alles ein Platz... Dinge zu bauen, die den Menschen klein erscheinen lassen ist jedenfalls eine recht alte chinesische Tradition.
Daneben gibt es dann aber sehr viel Flaechen mit ganz kleinen Strukturen, 'hutong' genannten Gassen, die durch Mini-hoefe aus Haus Schuppen und Hof gebildet werden. Eine riesige Flaeche davon umgab bis 1976 die zentrale Verbotene Stadt und den Tienamen-platz. Daher hatte Peking lange das Immage eines riesigen Dorfes. Seit Mao dann tot war hat sich aber einiges getan, die hutongs haben deutlich abgenommen und stehen zu Teilen bereits unter Schutz, weil man die viel besser touristisch vermarkten kann als die anonymen Stahl-Glas-Gebaeude die heute riesige Viertel dominieren. Die Karrees sind hier so gross, dass man kaum 2 oder 3 ablaufen kann ... und sehen schon gar nicht.
Daneben gibt es dann aber sehr viel Flaechen mit ganz kleinen Strukturen, 'hutong' genannten Gassen, die durch Mini-hoefe aus Haus Schuppen und Hof gebildet werden. Eine riesige Flaeche davon umgab bis 1976 die zentrale Verbotene Stadt und den Tienamen-platz. Daher hatte Peking lange das Immage eines riesigen Dorfes. Seit Mao dann tot war hat sich aber einiges getan, die hutongs haben deutlich abgenommen und stehen zu Teilen bereits unter Schutz, weil man die viel besser touristisch vermarkten kann als die anonymen Stahl-Glas-Gebaeude die heute riesige Viertel dominieren. Die Karrees sind hier so gross, dass man kaum 2 oder 3 ablaufen kann ... und sehen schon gar nicht.
Peking war schoen ... 4
Wir hatten drei Tage Sonne aber die Sonne wird schon lange bevor sie untergeht rot. Manchmal 1.5 bis 2 Stunden vorher, weil Staub und Abgase und Wasser soviel Dunst produzieren, dass man den uebernaechsten Block nur im Dunst warnehmen kann. Sogar innerhalb der verbotenen Stadt begrenzt der Dunst den Ueberblick. Dabei ist der Herbst noch die relativ gute Zeit...
Wir haben die grosse Mauer bestiegen, 4 km sind wir darauf gewandert und Clemens hat sich als echter Mauer-bezwinger erwiesen. Wir sind gespannt, wie er sich wieder in Aachen einfinden wird, er ist manchmal erstaunlich vernuenftig - was allerdings mit dem ein oder anderen Ausbruch von Schreien, Rennen, Boxen o.ae. aufgewogen wird.
Da wir aber noch vieles sehen wollen in China und die Haupstadt ja immer anders ist als das Land, fahren wir morgen mal in eine kleine Millionenstadt vor den Toren Pekings, wo wir einen Couchsurfer besuchen, der sehr nett zu sein scheint. Tickets sind gekauft, Hotel bezahlt und Rucksaecke packen wir gleich. Es geht uns super und wir erleben jeden Tag Dinge bis der Kasten voll ist - mussten uns heute mal bei Starbucks eine Pause goennen - sehr nett.
Liebe Gruesse, SCJM
Wir haben die grosse Mauer bestiegen, 4 km sind wir darauf gewandert und Clemens hat sich als echter Mauer-bezwinger erwiesen. Wir sind gespannt, wie er sich wieder in Aachen einfinden wird, er ist manchmal erstaunlich vernuenftig - was allerdings mit dem ein oder anderen Ausbruch von Schreien, Rennen, Boxen o.ae. aufgewogen wird.
Da wir aber noch vieles sehen wollen in China und die Haupstadt ja immer anders ist als das Land, fahren wir morgen mal in eine kleine Millionenstadt vor den Toren Pekings, wo wir einen Couchsurfer besuchen, der sehr nett zu sein scheint. Tickets sind gekauft, Hotel bezahlt und Rucksaecke packen wir gleich. Es geht uns super und wir erleben jeden Tag Dinge bis der Kasten voll ist - mussten uns heute mal bei Starbucks eine Pause goennen - sehr nett.
Liebe Gruesse, SCJM
Montag, 17. Oktober 2011
Peking 4
Wir haben es jedenfalls nach Peking geschafft, durch die Steppe der Mongolei und die Auslaeufer der Gobi sind wir am Ende der Strecke, die man entfernt noch als Transsib bezeichnen kann. Einen China-IC und einen Shenzen (oder wie der Superschnellzug hier heisst) haben wir heute auch schon gesehen. Wir haben ein etwas kahles, aber sonst ganz nettes Zimmer im Hostel gefunden und sogar das erste Restaurant besucht. Was wir gegessen haben wissen wir nicht, aber es ist bisher dringeblieben. Man hat die Wahl zwischen Touri-kneipen mit englischen Beschriftungen fuer Touri-preise oder nicht-Touri-kneipen ohne irgendwelche erkennbaren Beschriftungen. Die zweite Sorte ist jedenfalls sehr viel billiger ...
Peking 3
Jetzt ist es amtlich, nur wenn wir einen anonymisierenden Server in Deutschland anwaehlen, koennen wir an unserem Blog weiterschreiben ... schon seltsam, jedenfalls versichern uns die anderen Gaeste im Hostel, dass das die Effekte der Zensur sind ... tolle Eigenwerbung fuer das Land. Ansonsten haben wir einen sehr angenehmen ersten Eindruck. Vom Zugfenster aus sieht das Land viel aufgeraeumter aus als das, was wir in den letzten Wochen erlebt haben. Ich schreibe mal noch ein paar Sachen, aber ich weiss nicht, was davon auf unserem Blog erscheinen wird. Also, wenn unser Blog in der naechsten Zeit schweigt, dann wahrscheinlich wegen des eingeschraenkten Netzzugangs. Wir sind froh, hier zu sein - die Baeume sind gruen, die Temperaturen angenehm, die Luft ist deutlich besser als in Ulan Bator ... Peking wir kommen.
Gruss aus Peking
Posten aus China scheint nicht zu klappen, wegen Internetueberwachung ... schade, aber kein Grund zur Sorge. Wir wissen nicht, ob Ihr das lesen koennt.
Gruss aus Peking II
Gerade einen laengeren und einen kuerzeren Post abgesetzt. Es sieht so aus, als ob die Staatsmacht hier dazwischen funkt. Wir sind wohlbehalten in Peking angekommen alles gut - nicht wundern, wenn wir in der naechsten Zeit nichts schreiben, liegt wahrscheinlich an den Behoerden und nicht an uns.
Viele Gruesse
Matthias
Viele Gruesse
Matthias
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Schoenes WG-Leben
Bei Schneeregen und Sturmboeen die letzte Nacht in der Jurte verbracht, das wars dann erst mal mit dem Landleben. Dank einer sehr fuersorglichen Jurtenherbergsmutter, die nachts um drei unseren Ofen wieder anheizte, sind wir alle so weit wieder gesund - und endlich konnten wir mal die Medikamente brauchen, die wir seit Wochen mit uns rumschleppen, soll ja nicht umsonst gewesen sein.
Stattdessen jetzt mal ein Hostel in einer Privatwohnung (wieder in UB), die Vermieter teilen ihre Wohnung mit Reisenden, fuer die sie fuenf ihrer sechs Zimmer zur Verfuegung stellen. Auch nachts ohne Aufwand warm, kein Dauerdurchzug, Licht, Wasserkocher, Klo und Bad mit fliessendem Wasser, ohne rauszugehen - und Internet gratis. Das ist natuerlich nicht zu schlagen durch die Genugtuung in der Jurte, den Ofen dann nach einer halben Stunde doch wieder angekriegt zu haben und gegen den Ausblick aus dem Kloverschlag auf unendliche Weiten mit grasenden Wildpferden....
Uebrigens tauchen wir auch in einem Blog eines anderen Reisenden auf - Adrian aus der Schweiz haben wir bei der Jurte getroffen, wo wir eine Woche lang waren, siehe unser Post "Janz weit draussen". Das Foto, auf dem zwei Maenner auf dem Pferd liegen, haben wir sehr aehnlich auch gemacht...
http://tripitis.wordpress.com/
Stattdessen jetzt mal ein Hostel in einer Privatwohnung (wieder in UB), die Vermieter teilen ihre Wohnung mit Reisenden, fuer die sie fuenf ihrer sechs Zimmer zur Verfuegung stellen. Auch nachts ohne Aufwand warm, kein Dauerdurchzug, Licht, Wasserkocher, Klo und Bad mit fliessendem Wasser, ohne rauszugehen - und Internet gratis. Das ist natuerlich nicht zu schlagen durch die Genugtuung in der Jurte, den Ofen dann nach einer halben Stunde doch wieder angekriegt zu haben und gegen den Ausblick aus dem Kloverschlag auf unendliche Weiten mit grasenden Wildpferden....
Uebrigens tauchen wir auch in einem Blog eines anderen Reisenden auf - Adrian aus der Schweiz haben wir bei der Jurte getroffen, wo wir eine Woche lang waren, siehe unser Post "Janz weit draussen". Das Foto, auf dem zwei Maenner auf dem Pferd liegen, haben wir sehr aehnlich auch gemacht...
http://tripitis.wordpress.com/
Angela besucht uns ...

Angela Merkel ist zu uns in die Mongolei gekommen ... und ... der Spiegel schreibt auch ueber unsere Reise. Aus Gruenden der Privatsphaere haben wir aber beide gebeten, es nicht so an die grosse Glocke zu haengen, deswegen tauchen unsere Namen in den Berichten nicht auf ...
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Versorgungssicherheit
Da uns diesbezueglich immer wieder besorgte Nachfragen erreichen, moechten wir zur Beruhigung sagen, dass sowohl Russland als auch die Mongolei flaechendeckend mit Windeln und anderem Drogeriebedarf ausgestattet ist. Das Windelregal im groessten Supermarkt in UB (und damit wohl der gesamten Mongolei) ist etwa so gross wie das von dm, Rossmann und Schlecker zusammen. Denn dort sind nicht nur Pampers und Huggies zu finden, sondern saemtliche amerikanischen, franzoesischen, deutschen, chinesischen Expats verlangen dort ihre gewohnten Windeln zu finden. Uebrigens wurde das Baby in der Jurte (siehe Post) auch in Pampers gewickelt, wenn es nicht herzhaft auf den Jurtenboden k... durfte.
Daher trinkt Jasper jetzt auch wieder das gute Milasan und versucht sich an Humana Babybrei (mag aber den Bananengeschmack nicht). Sogar vierlagige Taschentuecher gibt es selbst in der mongolischen Abgeschiedenheit, die waren eher in den USA schwer zu finden....
Ausserdem schleppen wir noch immer eine Tuete Haribo mit uns herum, um bei Gelegenheit mal tolle deutsche Suessigkeiten zu verteilen. Voellig unnoetig - das Hariboangebot gibt es hier neben Maoam, Werthers Echten, Ue-Eiern und Lindtprodukten in jedem noch so kleinen Supermarkt in der Provinz.
Angesichts dessen ist es eigentlich erstaunlich, dass es immer noch kein Frueh-Koelsch und kein Radeberger in der Mongolei gibt. Bloss Bitburger, Budweiser und verschiedene andere internationale Bierimitationen... Aber die Fruehbrauerei hat mir schon mal auf die Frage, warum man in Berlin kein Pittermaennchen (kleines Fass)kaufen kann, geantwortet, dass sie ja nicht in jedes Provinzkaff liefern - kann also noch was dauern, bis sie den asiatischen Markt fuer sich erobern.
Daher trinkt Jasper jetzt auch wieder das gute Milasan und versucht sich an Humana Babybrei (mag aber den Bananengeschmack nicht). Sogar vierlagige Taschentuecher gibt es selbst in der mongolischen Abgeschiedenheit, die waren eher in den USA schwer zu finden....
Ausserdem schleppen wir noch immer eine Tuete Haribo mit uns herum, um bei Gelegenheit mal tolle deutsche Suessigkeiten zu verteilen. Voellig unnoetig - das Hariboangebot gibt es hier neben Maoam, Werthers Echten, Ue-Eiern und Lindtprodukten in jedem noch so kleinen Supermarkt in der Provinz.
Angesichts dessen ist es eigentlich erstaunlich, dass es immer noch kein Frueh-Koelsch und kein Radeberger in der Mongolei gibt. Bloss Bitburger, Budweiser und verschiedene andere internationale Bierimitationen... Aber die Fruehbrauerei hat mir schon mal auf die Frage, warum man in Berlin kein Pittermaennchen (kleines Fass)kaufen kann, geantwortet, dass sie ja nicht in jedes Provinzkaff liefern - kann also noch was dauern, bis sie den asiatischen Markt fuer sich erobern.
Zahn Nr. 2
Karakorum
Heute sind die Machtverhaeltnisse ziemlich eindeutig, die Mongolen (2,5 Mio) graulen sich so bisschen vor den Chinesen (1.300 Mio). Die Sinisierung ist wirtschlaftlich allerdings schon laengst passiert. Der groesste mongolische Betrieb hat grade mal 600 Angestellte und stellt Bier und Vodka her...
Viel uebriggeblieben ist von Karakorum jedenfalls nicht (vergleiche Bild oben), aus den Resten hat man ein Kloster gebaut. Haben wir uns gestern angesehen, sehr weitlaeufig ...
Der Herbst hat uns wieder eingeholt. Heute hat es eine Weile geschneit, regnet immer noch - wir haben einen Tag im Internetcafe eingelegt. Clemens schaut Maus, Sabine schreibt Email, Jasper lutscht getrockneten Joghurt (der zweite Zahn ist da).
Und wir schlafen schon wieder in der Yurte, war nicht so gedacht, aber das Hotel hat die Heizung noch nicht angeworfen, da ja noch nicht Winter ist, also nochmal selber heizen. In der Nacht legt aber die Camp-leiterin oder ihr 11-jaehriger Sohn nach. Sie hat noch zwei Toechter 4 und 2 Jahre alt - endlich wieder Spielfreunde fuer Clemens.
Aber so oder so, wir haben beschlossen, dass wir genug Steppe gesehen haben und wollen Ende der Woche weiter. Unterkuenfte in Peking sind angefragt, ein paar letzte Plaene fuer Ulan Bator gemacht. Matthias liest fleissig den Reisefuehrer fuer China. Inzwischen sind wir ganz gut eingespielt, was das Reisen angeht.
Wir gehen mal Mittag machen.
Freitag, 7. Oktober 2011
Stadt statt Steppe
Wir sind wieder in UB und betreiben Reiseplanung, erholen uns vom Urlaub auf dem Lande und sind alle vier krank. Der Junge der Gastfamilie (3 Mon) hatte Fieber, Husten, Durchfall ... jetzt haben wir es. Wir schniefen wie die Weltmeister und suchen nach Aktivitaeten, die Clemens auch so Spass machen, heute waren wir im LEGO-shop, bis die Bedienung uns rausgeschmissen hat. Machmal koennen wir die WDR-Maus (Sendung mit der Maus) online schauen, ansonsten fehlen ein bisschen die Altersgenossen, und immer nur raufen mit Papa scheint sich auch abzunutzen ...
Wir sind wieder bei Ulrich in der Einraumwohnung, er hat extra eine Matratze fuer Besucher gekauft ... schoen, wenn man solche Freunde hat!
Liebe Gruesse
MSCJ
PS: vielen Dank fuer Eure Kommentare! Wir sind immer froh, zu wissen, wenn jemand unsere Botschaften in die Weiten des Internet liesst!
Wir sind wieder bei Ulrich in der Einraumwohnung, er hat extra eine Matratze fuer Besucher gekauft ... schoen, wenn man solche Freunde hat!
Liebe Gruesse
MSCJ
PS: vielen Dank fuer Eure Kommentare! Wir sind immer froh, zu wissen, wenn jemand unsere Botschaften in die Weiten des Internet liesst!
Janz weit draussen
Unser Urlaub auf dem mongolischen Lande ist vorbei, wir sind wieder in Ulan Bator. Wir hatten acht tolle Tage auf dem Lande: zwei Stunden Ochsenkarren fahren, bei Nacht im Schneesturm - alle warm geblieben ausser Matthias; in der Yurte (heisst hier eigentlich Ger) schlafen, was bei nachts -10 C draussen bedeutet, dass einer um 4 wieder Feuer machen muss und um 7 nochmal (tagsueber in der Sonne schoen warm, im Schatten so um die 10-15C); Kuhfladen einsammeln, damit die Tiere im Winter Einstreu haben ... (Stroh gibt es nicht in der Steppe), es geht die Maer um, der Dung wuerde auch zum Heizen verwendet ... was die Gastgeberin nicht sagen wollte, aber es wuerde einen nicht wundern, da es fuer "Vorrat" keine mongolische Uebersetzung gibt (Holz wird jedenfalls immer nur fuer einen Tag gemacht); Kochwaesche auf dem Holzofen waschen, ging besser als gedacht; morgens die Eisschollen vom Bach mit Kieseln zerschiessen - war bei Clemens sehr beliebt; reiten - runterfallen - wieder aufsteigen ... Glueck gehabt (Matthias); Clemens war sehr tapfer und hat den Familienhund alleine (!) an seiner Hand schnuppern lassen - das war super tapfer; vergohrene Stutenmilch (Airag) und Ziegenvodka trinken, dh. vergohrene und destillierte Ziegenmilch warm gemacht und mit Ziegenbutterfett gewuerzt, was tut man nicht alles fuer einen kleinen Rausch ... ; lernen, wie man mongolischen Milchtee, Teigfladen und Teigstifte baeckt; Kuehe und Ziegen melken; Holz sammeln, hacken; Yurte aufbauen, abdichten, sauber halten ... und am letzten Tag sind wir dann noch auf einen Berg gekrabbelt (von 1500 m auf 1900 m gestiegen) Clemens und Jasper waren sehr tapfer - aber alle sind voellig k.o. Irgendwie schoen das Leben so dicht an der Natur, aber doch auch beschwerlich ...
Froh wieder in UB zu sein,
Matthias Sabine Clemens und Jasper
PS: Das Bild zeigt ein Luftbild vom Standort unserer Jurte (die stand 2003 scheinbar noch nicht dort - die Familien ziehen so 3-4 mal im Jahr um). Das Bild zeigt den Ort im Sommer (die Nordhaenge sind bewaldet, die Suedhaenge spaerlich begrast), als wir da waren war es viel brauner.
Mittwoch, 28. September 2011
Schnee in UB
Dienstag, 27. September 2011
Udahgue uulzay
...heißt soviel wie Bis bald! Eine Woche lang werdet Ihr nun nichts von uns lesen, denn wir machen Urlaub auf dem Bauernhof auf Mongolisch. Wir werden in einer Jurte (Mongolisch = Ger) schlafen, Milchtee trinken, Kühe, Ziegen etc. melken, Pferde reiten, Mongolisch sprechen, kochen und essen lernen und die Aussicht genießen. Allein die Einführung beim Veranstalter dauerte heute zweieinhalb Stunden, inklusive Sprachkurs. Ob es Strom gibt, wissen wir nicht genau, aber angeblich haben auch die Nomaden Handys, also muss es irgendwo Strom geben. Wir sind gespannt welche Batterien sie verwenden. Bis bald!
Schlaflos in Ulan Bator
Der Zahn ist da! Jaspers erster Zahn ist da - freut sich schon auf die ersten Aepfel und Moehren... nur der Nachtschlaf hat etwas gelitten, aber ansonsten sind wir alle wohlauf in Ulan Bator - zu Gast bei Ulrich, einem deutschen Bauingenieur, der hier bei einem Ingenieurbuero arbeitet. Wir sind sehr froh wieder bei jemandem zu Gast zu sein, der die lokalen Gegebenheiten kennt. Mongolisch ist eine Sprache, die keine Aehnlichkeit mit irgendeiner der uns bekannten Sprachen hat - gehoert entfernt zu den Turksprachen. Wir haben es bisher zu Bairlalaar (Danke) gebracht, alles andere erschliesst sich uns noch nicht.
Dafuer ist die Stadt viel freundlicher fuer Reisende, es gibt nette Cafes, Internetcafes auch, Landkarten, Tourveranstalter etc. Die Stadt selber ist ueberschaubar, aber wir haben schon die ersten Jurten gesehen und zur Zeit ist "Gruene Woche" - man bekommt frisches Gemuese und Kartoffeln und vergorene Stutenmilch, wenn man will ... Die Leute sind so angenehm, einfach so viel mehr laecheln und lachen, Jasper im Tragetuch ist unser Kontaktaufnehmer Nr. 1. Viele, viele freundliche Gesichter. Die Maenner scheinen weniger Macho und die Frauen selbstbewusster zu sein als in Russland. Gefaellt uns sehr. Heute suchen wir uns jemanden, der uns in seiner Jurte beherbergt. Man kann wohl mit dem Milchauto mitfahren um aus UB rauszukommen...
Samstag, 24. September 2011
Elternzeit - Kinderzeit - Bruederzeit
Elternzeit funktioniert prima auch unterwegs, wir verbringen ganz viel Zeit zusammen oder als zwei mal zwei, so kriegt Jasper auch sehr viel Clemenszeit und umgekehrt, was beide sehr geniessen ...
Die Perle Sibiriens
... wir haben sie gefunden - also was die Backpacker-Hostels angeht jedenfalls. Wir sind in Ulan Ude. Der Hauptstadt der autonomen Republik Burjatien. Immerhin sind hier ein Viertel der Leute Burjaten, europaeische Gesichter sieht man jedenfalls deutlich weniger als asiatische. Und wie sind sie so, die Burjaten in Burjatien? Nett! Allein gestern hat man uns vier mal spontan gefragt, ob wir Hilfe brauchen, auf Englisch und sogar auf Deutsch. Eine Horde Dreizehnjaehriger hat ihr Englisch bei uns ausprobiert und sogar zwei reichlich heitere Zeitgenossen wollten, dass wir ein Foto von ihnen machen. Mehrere Leute kramen ihr Schuldeutsch hervor und versuchen, mit uns Deutsch zu sprechen. Einer bei dem wir erst nicht sicher sind, ob wir uns von ihm den Weg zeigen lassen wollen, erzaehlt uns, dass er sich Texte von Rammstein (deutscher Hard Rock) uebersetzt ... er verabschiedet sich mit "deutsch - akkuratnui!" ... seine Hand zeigt an "voll akkurat Alter" ...
Wir sind eine Tagesreise von Irkutsk weg und man laechelt!!! Es gibt Kinder! Viele! Spielplaetze an jeder Ecke und gelassene Erwachsene, die ihren Kindern zuschauen. Wir fuehlen uns wunderbar. Die Sonne scheint immer noch jeden Tag (soll aber Mitte naechster Woche deutlich kaelter werden, auch in der Mongolei), Clemens findet inzwischen sehr schnell Anschluss auf den Spielplaetzen. Sand schaufeln und Zeug auf der Rutsche runterrutschen lassen, zusammen lachen und schon ist man eine Tinte.
Jasper ist gewachsen. Wir haben keine Ahnung, was er wiegt, aber er wiegt ganz schoen. Voellig rund und ausgeglichen, gibt weiterhin den Herzenbrecher, ruft viel Freude hervor. Gestern ist er 6 Monate geworden, kann die Flasche alleine halten, sabbert wie ein Weltmeister, aber noch kein Zahn und will schon immer mitessen, aber spuckt dann doch alles andere als Milch wieder aus.
Aber zur Perle Sibiriens - also wir haben die Perle der Backpacker-Hostels in Sibirien gefunden. Gebaut als Blockhausanbau an der Doppelhaushaelfte, eingerichtet von einer 4er Familie - Tochter und Sohn studieren in der Stadt, alle vier sprechen gut Englisch und sind als Familie gereist, als die Kinder so klein waren wie unsere. Die Einrichtung ist einfach, die Preise vernuenftig und alles da, was man braucht - als Wandergruppe oder als Familie, inklusive (verstimmtem) Klavier und (wenn auch sehr langsamem) Computer ohne Aufpreis. Waschmaschine, Kueche inklusive den Dingen, die man nicht immer mit sich rumschleppen will. Wunderbar! Wir haben schon gleich mal zwei Tage vor allem ausgeschlafen und das haeusliche Gefuehl genossen.
Im Regal steht "Archipel Gulag" von Solschenizyn, der Huettenwart ist buerger- und umweltbewegt und man merkt, dass man gar nicht anfangen kann zu erzaehlen, wieviel brach liegt in diesem Land und was man anpacken muesste. Sein Projekt ist es, die Region Baikal-Transbaikalien erwanderbar zu machen, Wege anzulegen, Huetten zu errichten, Begegnungen mit Natur und Menschen moeglich zu machen, und das mit Geld von Stiftern, wenigstens 2 Millionen Euro will er auftreiben. Die erste Runde Foerderung kam von US-AID (amerikanische Entwicklungsorganisation). Faszinierende Einblicke in ein wieder anderes Russland - vielleicht eines, das uns gefehlt hat bisher.
Wir sind soweit, der Zug nach Ulan Bator geht morgen mittag und ein Ticket haben wir auch. Diesmal wieder im eigenen Viererabteil. Grossraumwagen mit zwei Hunden in der Kiste unter der Bank und aus der Schuessel schwappendem Hundefutter war dann doch was viel fuer Clemens und Sabine ... obwohl sich auch das zurechtschob nach ein paar Stunden ... als Entschaedigung haben wir uns fuenf Nachtische mit Limonade, Tee und zwei Kaffee gegoennt, immerhin war der Speisewagen leer, gelueftet und das Zugradio war still ... morgen jedenfalls wieder Viererabteil.
Wir sind eine Tagesreise von Irkutsk weg und man laechelt!!! Es gibt Kinder! Viele! Spielplaetze an jeder Ecke und gelassene Erwachsene, die ihren Kindern zuschauen. Wir fuehlen uns wunderbar. Die Sonne scheint immer noch jeden Tag (soll aber Mitte naechster Woche deutlich kaelter werden, auch in der Mongolei), Clemens findet inzwischen sehr schnell Anschluss auf den Spielplaetzen. Sand schaufeln und Zeug auf der Rutsche runterrutschen lassen, zusammen lachen und schon ist man eine Tinte.
Jasper ist gewachsen. Wir haben keine Ahnung, was er wiegt, aber er wiegt ganz schoen. Voellig rund und ausgeglichen, gibt weiterhin den Herzenbrecher, ruft viel Freude hervor. Gestern ist er 6 Monate geworden, kann die Flasche alleine halten, sabbert wie ein Weltmeister, aber noch kein Zahn und will schon immer mitessen, aber spuckt dann doch alles andere als Milch wieder aus.
Aber zur Perle Sibiriens - also wir haben die Perle der Backpacker-Hostels in Sibirien gefunden. Gebaut als Blockhausanbau an der Doppelhaushaelfte, eingerichtet von einer 4er Familie - Tochter und Sohn studieren in der Stadt, alle vier sprechen gut Englisch und sind als Familie gereist, als die Kinder so klein waren wie unsere. Die Einrichtung ist einfach, die Preise vernuenftig und alles da, was man braucht - als Wandergruppe oder als Familie, inklusive (verstimmtem) Klavier und (wenn auch sehr langsamem) Computer ohne Aufpreis. Waschmaschine, Kueche inklusive den Dingen, die man nicht immer mit sich rumschleppen will. Wunderbar! Wir haben schon gleich mal zwei Tage vor allem ausgeschlafen und das haeusliche Gefuehl genossen.
Im Regal steht "Archipel Gulag" von Solschenizyn, der Huettenwart ist buerger- und umweltbewegt und man merkt, dass man gar nicht anfangen kann zu erzaehlen, wieviel brach liegt in diesem Land und was man anpacken muesste. Sein Projekt ist es, die Region Baikal-Transbaikalien erwanderbar zu machen, Wege anzulegen, Huetten zu errichten, Begegnungen mit Natur und Menschen moeglich zu machen, und das mit Geld von Stiftern, wenigstens 2 Millionen Euro will er auftreiben. Die erste Runde Foerderung kam von US-AID (amerikanische Entwicklungsorganisation). Faszinierende Einblicke in ein wieder anderes Russland - vielleicht eines, das uns gefehlt hat bisher.
Wir sind soweit, der Zug nach Ulan Bator geht morgen mittag und ein Ticket haben wir auch. Diesmal wieder im eigenen Viererabteil. Grossraumwagen mit zwei Hunden in der Kiste unter der Bank und aus der Schuessel schwappendem Hundefutter war dann doch was viel fuer Clemens und Sabine ... obwohl sich auch das zurechtschob nach ein paar Stunden ... als Entschaedigung haben wir uns fuenf Nachtische mit Limonade, Tee und zwei Kaffee gegoennt, immerhin war der Speisewagen leer, gelueftet und das Zugradio war still ... morgen jedenfalls wieder Viererabteil.
Dienstag, 20. September 2011
Baikal - Olchon
Wir sind wieder in Irkutsk. Wir haben uns eine Woche Urlaub vom Urlaub genommen und sind nach Chuschir auf Olchon (der Urlaubsinsel im Baikalsee) gefahren. War wie ein Besuch bei meiner Grossmutter 1976. Wir haben es genossen. Und endlich Kuehe ... wir haben uns schon gefragt, woher der Kaese hier kommt. Immerhin ein grosser Teil des Biers hier schein Importware aus Europa, aber das ist wieder ein andere Geschichte. Auf Olchon gab es jedenfalls Kuehe und die liefen frei rum. Zu Clemens' grossem Vergnuegen konnte man daher auch mit Kukacke spielen - lag ja ueberall rum. Inzwischen kann Clemens auch beurteilen, ob eine Kuh ein grosses oder ein kleines Euter hat. Wir durften mal wieder beim Melken zuschauen - fast so wie in der Eifel - nur mit der Hand, unter freiem Himmel, ohne fliessend Wasser und ohne Kuehlung. Immerhin die Kuehe sehen fast genauso aus und duerfen sogar ihre Hoerner tragen.
Frei rumlaufen duerfen auch die Hunde - fand Clemens nicht so super, aber er war sehr mutig und hat sich sogar mit einem kleinen Hund angefreundet - Hoehe 24cm (Ohrenspitzen) und mehr Angst als Clemens. Am Ende der Woche kam fuer zwei Tage die Sonne raus und wir haben es genossen! Eine Reise zur Nordspitze im Gelaendewagen musste sein, von da kann man die eigentliche Groesse des Sees erahnen und die Steppenlandschaft geniessen. Die Reste eines Gulag stehen da, Beschreibung Fehlanzeige, war eben da - so selbverstaendlich, wie die Stromanbindung zwei Doerfer nach dem Hauptort endet. Wie die anderen sich versorgen ist nicht ganz klar, die Wetterstation hat Wind- und Solarenergie, welche Batterien sie wohl verwenden ... Die Reise endet mit einer interkulturellen Erfahrung an deren Ende ich nach langer Debatte dann doch mein Wechselgeld bekam, aber nicht ohne Faschist geschimpft zu werden und mit einem Tritt in den Hintern - auch lange nicht gehabt. Die Russen hatten uns ja vor den Burjaten gewarnt ... aber so direkt haette ich das nun auch wieder nicht haben muessen ... meinen Hut habe ich auch noch liegen lassen im Auto - nach Nachfrage im Buero des Veranstalters und einer viertel Stunde stur rumstehen kam er dann doch wieder, gebracht von der Tochter des Hauses ... versteh einer die Burjaten ...
Unsere Vermieterin war super nett - auch Burjatin und Oekonomin. Kam Perestroika, Betrieb kaputt, neues Leben auf dem Lande bei Schwiegermutter und Ferienwohnungen fuer Stadtmenschen. Den Preis fuer unsere Unterkunft mussten wir auch drei Mal verhandeln. Am Ende waren wir uns aber einig, dass es auf das Geld weniger ankommt und es sehr schoen war und sie uns sehr gern als Gaeste hatte.
Insgesamt sind die Preise erstaunlich hoch. Die Preise sind wie in Deutschland uns zum Teil darueber, hier und da auch darunter, aber man fragt sich, wie man mit einem russischen Einkommen hier ueber die Runden kommt. Auf der Insel kostet ein Taxi fuer 5km 12 Euro, 1l Milch 1 Euro, 1 Stueck Butter 1,5 bis 2 Euro. Brot kostet fast nichts, ein geraeucherter Fisch 1.50. Eine Ladung Waesche 12,50 ... als Sonderangebot ... mit der Hand gewaschen ... im Hotel in Irkutsk, die Stadt hat 650.000 Einwohner. Die Preise scheinen verstaendlicher, wenn man sieht wie viele Leute an einer Sache beteiligt sind. Eine Strassenbahn mit einem Wagen hat 2 Angestellte an Bord, den Fahrer und den Kartenverkaeufer. Baustellen sehen eher aus wie Schaustellen, soviele Schauende gibt es. Irgendwer verdient jedenfalls Geld ... so viele Nobelkarossen wie hier zwischen den alten Ladas rumfahren ... was kostet eigentlich eine Mercedes S-Klasse mit Panzerglasscheiben und Sondermotorisierung?
Na wie auch immer, unsere Zeit in Russland geht zu Ende wir lesen schon fleissig im Reisefuehrer fuer die Mongolei. Unsere erste Unterkunft in Ulan Bator ist gesichert, die letzte in Russland - genauer in Burjatien - auch. Noch einmal treffen wir eine Couchsurferin. Morgen sind wir aber erst nochmal Touristen und fahren die alte Transsib-strecke am See entlang - im Sonderzug.
Eine Bahnfahrt...
Gar nicht so einfach, an diesem Ort noch mal ans Bahnfahren zu denken: Im Moment sitze ich (Sabine) mit ca. 40 maennlichen Russen zwischen 12 und 30 Jahren in einem "Internet-Salon" in Irkutsk im Keller, keine Fenster, knapp 30 Grad, alle spielen Internet-Computerspiele, teils miteinander und reden wild durcheinander. Und die Russen rauchen.
Gut, das ist ein Ansatz - die Russen rauchen. Im Zug gluecklicherweise nur in den dafuer vorgesehenen Raeumen zwischen den Waggons. Aber wenn dort nur genug Leute rauchen und man in einem Abteil gleich hinter der Raucherzone faehrt, kriegt man reichlich davon ab. Mit etwas Pech mischt sich das mit den Toilettengeruechen, eine feine Mischung....
Die Transsib ist ein Abenteuer, eine optisches, akustisches und olfaktorisches Erlebnis, aber auch eine ganz gewoehnliche Bahn. Was uns positiv ueberrascht hat: Hier fahren vor allem ganz normale Leute mit ganz normalen Reisegruenden mit, auch Familien mit Kindern. Meistens gab es im gleichen Waggon ein bis zwei Kinder im gleichen Alter wie Clemens, mit denen er sich schnell angefreundet hat. Das war eine grosse Erleichterung fuer uns und die anderen Eltern, denn so waren dann meist die Kinder miteinander entweder in unserem oder dem anderen Abteil. Am liebsten aber im Gang, rumrennen, Bonbons von anderen Passagieren einsammeln und Unsinn anstellen.
Aber ja, es gab auch Langeweile, kein Wunder bei zweieinhalb Tagen im Zug... Das war unsere laengste Strecke, von Ekaterinburg bis Irkutsk. Vorher zweimal ca. 27 Stunden, Berlin-Moskau und Moskau-Ekaterinburg.
Also wie ist das Leben im Zug?
Die Zeit verfliegt wie im Zug... Allein das Organisieren von Essen, Schlafen, Stillen, Wickeln, Spass haben, Clemens davon abhalten, den Zug auseinander zu nehmen, sich ueber die Orte zu informieren, an denen man vorbeikommt (welcher Fluss war das?), benoetigt fast alle Zeit. Schreiben ist quasi unmoeglich bei dem Gewackel.
Im Einzelnen: Essen: Eigentlich die ganze Zeit, mitgebrachtes und an den Bahnhoefen gekauftes. Hin und wieder haelt der Zug laenger. Dann kann man aussteigen und bei Einheimischen Selbstgekochtes oder Nippes kaufen. Manchmal auch ein Eis... Der Speisewagen ist sehr teuer und sehr gut, also selten besucht, abends eher Bier- und Wodkakneipe.
Schlafen: Zweimal zwei Betten uebereinander, auf die Kunstledersitze legt man eine dicke Matte, Bettwaesche, Decken und Handtuecher werden gestellt und waren sauber. Das Wackeln hat vor allem Jasper erst sehr gestresst, letztlich hat er sich daran gewoehnt und in seiner vierten Nacht im Zug hatte er ein Bett fuer sich und hat 12 Stunden durchgeschlafen. Clemens sowieso.
Und manchmal war sogar Zeit, aus dem Fenster zu schauen und sibirische Landschaft zu meditieren.... In seiner Eintoenigkeit aber sehr schoen. Und der September ist eine fantastische Reisezeit, vor allem wenn man so viel blauen Himmel hat. Ausser Millionen von Birken und Kiefern gibt es hin und wieder ein Dorf - 100 Holzhaeuser, eine Zementfabrik, eine Saegerei, ein Bahnuebergang - Fabriken mit unglaublich schwarzem Rauch, sanfte Huegel. Was es alles nicht gibt: Kuehe, Felder, Windraeder.
Gut, das ist ein Ansatz - die Russen rauchen. Im Zug gluecklicherweise nur in den dafuer vorgesehenen Raeumen zwischen den Waggons. Aber wenn dort nur genug Leute rauchen und man in einem Abteil gleich hinter der Raucherzone faehrt, kriegt man reichlich davon ab. Mit etwas Pech mischt sich das mit den Toilettengeruechen, eine feine Mischung....
Die Transsib ist ein Abenteuer, eine optisches, akustisches und olfaktorisches Erlebnis, aber auch eine ganz gewoehnliche Bahn. Was uns positiv ueberrascht hat: Hier fahren vor allem ganz normale Leute mit ganz normalen Reisegruenden mit, auch Familien mit Kindern. Meistens gab es im gleichen Waggon ein bis zwei Kinder im gleichen Alter wie Clemens, mit denen er sich schnell angefreundet hat. Das war eine grosse Erleichterung fuer uns und die anderen Eltern, denn so waren dann meist die Kinder miteinander entweder in unserem oder dem anderen Abteil. Am liebsten aber im Gang, rumrennen, Bonbons von anderen Passagieren einsammeln und Unsinn anstellen. Aber ja, es gab auch Langeweile, kein Wunder bei zweieinhalb Tagen im Zug... Das war unsere laengste Strecke, von Ekaterinburg bis Irkutsk. Vorher zweimal ca. 27 Stunden, Berlin-Moskau und Moskau-Ekaterinburg.
Also wie ist das Leben im Zug?Die Zeit verfliegt wie im Zug... Allein das Organisieren von Essen, Schlafen, Stillen, Wickeln, Spass haben, Clemens davon abhalten, den Zug auseinander zu nehmen, sich ueber die Orte zu informieren, an denen man vorbeikommt (welcher Fluss war das?), benoetigt fast alle Zeit. Schreiben ist quasi unmoeglich bei dem Gewackel.
Im Einzelnen: Essen: Eigentlich die ganze Zeit, mitgebrachtes und an den Bahnhoefen gekauftes. Hin und wieder haelt der Zug laenger. Dann kann man aussteigen und bei Einheimischen Selbstgekochtes oder Nippes kaufen. Manchmal auch ein Eis... Der Speisewagen ist sehr teuer und sehr gut, also selten besucht, abends eher Bier- und Wodkakneipe.
Schlafen: Zweimal zwei Betten uebereinander, auf die Kunstledersitze legt man eine dicke Matte, Bettwaesche, Decken und Handtuecher werden gestellt und waren sauber. Das Wackeln hat vor allem Jasper erst sehr gestresst, letztlich hat er sich daran gewoehnt und in seiner vierten Nacht im Zug hatte er ein Bett fuer sich und hat 12 Stunden durchgeschlafen. Clemens sowieso.
Und manchmal war sogar Zeit, aus dem Fenster zu schauen und sibirische Landschaft zu meditieren.... In seiner Eintoenigkeit aber sehr schoen. Und der September ist eine fantastische Reisezeit, vor allem wenn man so viel blauen Himmel hat. Ausser Millionen von Birken und Kiefern gibt es hin und wieder ein Dorf - 100 Holzhaeuser, eine Zementfabrik, eine Saegerei, ein Bahnuebergang - Fabriken mit unglaublich schwarzem Rauch, sanfte Huegel. Was es alles nicht gibt: Kuehe, Felder, Windraeder.
Freitag, 16. September 2011
Sibirien
... ist gross! Wir sind am Baikalsee - der Perle Sibiriens. Der Pol der relativen Unzugaenglichkeit ist er sicher nicht, aber doch ganz schoen j.w.d. Daher auch wenige Berichte in letzter Zeit. Reisen ist ein Vollzeitjob. Die Zeitung aus Deutschland haben wir dann nach 2 Wochen ungelesen weggeworfen. Ausser dem Reisehandbuch auch keine Seite gelesen. Postkarten: 4.
Clemens und Jasper sind super Reisende (Puteschestveniki). Clemens laeuft tapfer zu Fuss und ist sehr umgaenglich. Jasper ist unser Obersympathietraeger - lacht die Leute an - wenn er nicht grade Auto fahren muss, ist die Welt super. Das Publikum ist gespalten, ob er nicht zu kalte Fuesse hat oder so ein kleiner Junge doch noch nicht Zug fahren sollte, oder ob es toll ist fuer beide Kinder so weit zu reisen.
Inzwischen haben wir mehrfach Internetbekanntschaften getroffen, die einer Seite fuer Reisende angehoeren (Couchsurfing.com). Die Erfahrung, lokale Leute zu treffen, ist eine grosse Bereicherung. Bei zweien haben wir uebernachtet, unglaublich freundlich und umsichtig in Ekaterinburg. Mehrere haben wir getroffen zum Tee, zum Spielen fuer Clemens, zum Essen oder auch zu lokalen "Vereinstreffen" der "Couch-surfer".
Fuer eine Woche haben wir uns Urlaub im Urlaub genommen und sind an den Baikalstrand auf die Insel Olchon gefahren. Matthias darf den Ofen mit Holz heizen, warmes Wasser gibt es aus dem Samowar, der Kuehlschrank haelt die Lebensmittel warm da die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt liegen. Milch, Sahne und Gemuese gibt es bei der Vermieterin. Reis, Nudeln und Kaese im Nachbarort. Clemens und Matthias haben Holz fuer ein Lagerfeuer gesammelt und heute probieren wir die Banya aus (sibirische Feuchtsauna).
Vorgestern waren wir Pilze sammeln, doppelt soviel wie wir essen konnten. Zur Sicherheit haben wir die Frau im Laden befragt, welche davon gut sind. Dazu Brei aus frischen Kartoffeln - hat super geschmeckt. Nur lange drin geblieben sind sie nicht, die Pilze. Interessanterweise war die Verweildauer recht unterschiedlich. Matthias 2 Stunden, Sabine 4 Stunden, Clemens 4-12 Stunden. Gestern haben wir dann Gemuese in frischer Sahne geschmort, das scheint unkritisch gewesen zu sein.
Gestern haben wir den Hauptort der Insel inspiziert (Chuschir). Die Klippen vor dem Dorf sind einer der neun zentralen spirituellen Orten Sibiriens ... steht so dran ... Sibirien ist gross. Schoen ist es.
Der See ist auch gross. 600 km+ in Nord-Sued-Richtung. Eher eine Region als ein Ort. Boot fahren kann man lokal - wenn das Wetter gut ist? - was gutes Wetter ist ... wir werden telefonieren ... Das Tragflaechenboot nach Irkutsk faehrt leider nicht mehr, weil die Sommersaison am 20.8. vorbei ist. Daher zurueck wieder Kleinbus fahren (Marschroutka) - keine guten Nachrichten fuer Jasper - wenn er nicht schlief oder gestillt hat, hat er geschrien. Mit 100 Sachen durch Schlagloecher ist kein Spass fuer ihn.
Clemens und Jasper sind super Reisende (Puteschestveniki). Clemens laeuft tapfer zu Fuss und ist sehr umgaenglich. Jasper ist unser Obersympathietraeger - lacht die Leute an - wenn er nicht grade Auto fahren muss, ist die Welt super. Das Publikum ist gespalten, ob er nicht zu kalte Fuesse hat oder so ein kleiner Junge doch noch nicht Zug fahren sollte, oder ob es toll ist fuer beide Kinder so weit zu reisen.
Inzwischen haben wir mehrfach Internetbekanntschaften getroffen, die einer Seite fuer Reisende angehoeren (Couchsurfing.com). Die Erfahrung, lokale Leute zu treffen, ist eine grosse Bereicherung. Bei zweien haben wir uebernachtet, unglaublich freundlich und umsichtig in Ekaterinburg. Mehrere haben wir getroffen zum Tee, zum Spielen fuer Clemens, zum Essen oder auch zu lokalen "Vereinstreffen" der "Couch-surfer". Fuer eine Woche haben wir uns Urlaub im Urlaub genommen und sind an den Baikalstrand auf die Insel Olchon gefahren. Matthias darf den Ofen mit Holz heizen, warmes Wasser gibt es aus dem Samowar, der Kuehlschrank haelt die Lebensmittel warm da die Temperaturen nachts um den Gefrierpunkt liegen. Milch, Sahne und Gemuese gibt es bei der Vermieterin. Reis, Nudeln und Kaese im Nachbarort. Clemens und Matthias haben Holz fuer ein Lagerfeuer gesammelt und heute probieren wir die Banya aus (sibirische Feuchtsauna).
Gestern haben wir den Hauptort der Insel inspiziert (Chuschir). Die Klippen vor dem Dorf sind einer der neun zentralen spirituellen Orten Sibiriens ... steht so dran ... Sibirien ist gross. Schoen ist es. Der See ist auch gross. 600 km+ in Nord-Sued-Richtung. Eher eine Region als ein Ort. Boot fahren kann man lokal - wenn das Wetter gut ist? - was gutes Wetter ist ... wir werden telefonieren ... Das Tragflaechenboot nach Irkutsk faehrt leider nicht mehr, weil die Sommersaison am 20.8. vorbei ist. Daher zurueck wieder Kleinbus fahren (Marschroutka) - keine guten Nachrichten fuer Jasper - wenn er nicht schlief oder gestillt hat, hat er geschrien. Mit 100 Sachen durch Schlagloecher ist kein Spass fuer ihn.
7.000 km in Sandalen
Et Levve is joot. Aachen - Sonne, Berlin - Sonne, Moskau - Sonne, Ekaterinburg - Sonne, Transsib - Sonne, Irkutsk - Sonne + erstes mal Regen + kalt, Baikalsee - Sonne, windig, kalt, Regen wieder Sonne Regenbogen. Einmal fuenf Schneeflocken. Et Leeve is joot.
Montag, 5. September 2011
Jekaterinburg - wir sind in Asien
Ekaterinburg - wir couchsurfen! Evgeny, Marina, Arina and Polina haben uns ueber Couchsurfing.com zu sich eingeladen. Wir hatten vier Kontakte angefragt und drei Einladungen erhalten - Evgeny ist Physiker und Manager und arbeitet in der Akademie der Wissenschaften im Elektrischen Institut und macht da das, was ich zu Hause mache. Geld beantragen, verausgaben, Projekte einwerben, Verwaltung, Mitarbeitern Beschaffungen ermoeglichen, unbeschaffbare Dinge beschaffen und fuer angenehmes Arbeitsklima sorgen - und dazu hat er Talent - eine Menge. Marine ist Innenarchitektin und hat mal eben unsere Wohnung analysiert. Wenn wir zurueckkommen wissen wir, wie wir unser Wohnzimmer einrichten werden. Auf dem Bild sind wir gemeinsam an der Grenze zwischen Europa und Asien - an der richtigen Stelle, nicht da wo die Touristen an der Autobahn abgefruehstueckt werden. Wir sind adoptiert - Jasper ist offizieller Familienkoenig und Clemens kriegt soviel weibliche Aufmerksamkeit wie er sich nur wuenschen kann - unglaublich!
Transsib Teil 1
Wir haben den Zug geschafft! Irgendwie haben wir den richtigen Riecher gehabt und sind mal doch 90 Minuten vor Abfahrt auf dem Bahnhof gewesen (wer haette das gedacht ...) - am Ende haetten auch 10 min gereicht, aber um das rauszukriegen haben wir eine Stunde gebraucht... Unsere russischen Bekanntschaften in Moskau hatten uns einige Warnungen mit auf den Weg gegeben - von Skepsis bis zu glatter Empfehlung es nicht zu tun, die Zuege seien auch nicht das, was man in Europa erwarten wuerde, und Russen wuerden nie mit Ihren Kindern in der Transsib fahren ... Zu unserem Glueck haben sich nicht alle dran gehalten und allein in unserem Wagon waren 4 weitere Kinder in Clemens Alter. Dima (3) war mit seiner Grosstante unterwegs und Elena (4) mit ihren Eltern. Fussballspielen auf dem Gang, Malen, Rumrennen, da was essen, hier was naschen, Schwaetzchen beim Nachbarn, Schwaetzchen bei uns - mit viel Hand und Fuss und ein paar brocken Russisch. Dazwischen waehrend Aufenthalten auf dem Bahnsteig Eis und Bier und vorgekochte Frikadellen kaufen - da hat man sein Tun. Die Wagonschaffnerin erlaubt uns ein Foto auf dem Bahnsteig mit Dima und Grosstante. Vokabeln lernen Karten schreiben, Reisefuehrer lesen sind die Dinge, die wir jedenfalls nicht geschafft haben. Und draussen ... Landschaft ... viel Landschaft ... sehr viel Landschaft: Wald Wald Wald Wald Wald Sumpf Blockhaus Wald Wald Wald Wiese Blockhaus Wald Wald Wald Dorf Wald Bahnsteig Wald Wald Heide Wald Wald Stadt Bruecke Werk Wiese Wald Wald Wald Wald Wald ... und auf einmal ist da Ural und man merkt es nicht mal, ein Zeichen an der Strecke und wir sind in Asien, Ekaterinburg wir kommen.
Tschuess Moskau
Moskau war angenehmer als gedacht, wir haben Spielplaetze gefunden, es gibt auch ruhige Orte, die U-bahn funktioniert super, mit Kind im Tragetuch bekommt man sofort einen Platz angeboten und auch abends kann man sich sicher fuehlen. Nur die Luft ist ziemlich schlecht und essen gehen ist teuer. Man bekommt alles, aber selbst da wo die Einheimischen hingehen ist man schnell ziemlich viele Euros los. Das Zentrum von Moskau scheint eine Stadt ohne Mittelklasse zu sein, die Strassen sind voll mit Mercedes (nur die groesseren Modelle), BMW, Porsche am liebsten als SUV, kaum Kinder im Zentrum. Wie wir spaeter erfahren kann leben im Zentrum nur die Leute mit viel Geld und die, die noch nicht wegziehen konnten - der "normale" Rest lebt in den Aussenbezirken und pendelt zum Arbeiten und Ausgehen mit der U-Bahn ins Zentrum.
Es hat uns sehr gefreut - auf zu neuen Bahnhoefen!
Mittwoch, 31. August 2011
Moskauer Naechte
... sind bekanntlich lang. Wir haben so langsam einen Rythmus erreichtt. Beide Jungs haben ihren eigenen Zugang zum Reisen gefunden. Jasper schlaeft im Tragetuch und laechelt die Moskauerinnen an - Clemens spielt mit dem was sich grade anbietet und geht sehr mutig auf andere Kinder zu. Lange Weile kommt ganz wenig vor, Zielstrebigkeit aber auch nicht. Vor allem langsam ist unser Rythmus - und das ist gut so. Wir fangen an als Reisegruppe zu funktionieren. Verstehen kann man Moskau sowieso nicht in ein paar Tagen, wir lassen es auf uns wirken. Heute hatten wir ein sehr nettes Treffen mit Natascha - sie ist seit Jahren Moskoviterin und hat uns von Moskau und den Moskauern erzaehlt - 1000 Dank Natascha!
Sonntag, 28. August 2011
Wir sind in Moskau! Wir haben unser Hotel gefunden, die Sonne scheint, Clemens ist ein toller Stadtentdecker und wir sind total k.o. von sechs Stunden Stadtwanderung. Roter Platz, Kreml, Manegenplatz, Maerchenbrunnen und drei Eis.
Drei Tage spaeter: Die Tage sind angefuellt mit Schauen, Laufen, Spielplatz gehen, Essen und Trinken.Und heute waren wir abends noch auf einem Couchsurfer-Treffen in einem gemuetlichen Cafe mit Filmen drinnen und Biergarten draussen, nicht weit vom Bolschoi Theater. Aber die Wege sind weit in dieser Stadt, auch wenn die Metro schnell ist. Und das Internet in diesem Hostel ist langsam, daher sei nur in Kuerze gesagt: ja, man kann Moskau mit zwei Kindern entdecken, es gibt wirklich lauschige Ecken, aber es ist auch laut und stinkig. Ein Metro-Angestellter winkt uns aus der langen Kassenschlange und schleust uns einfach so durch die Sperre. Jeder bietet uns einen Sitzplatz fuer Clemens an. Spielplatz-Bekanntschaften staunen nicht schlecht, als Matthias Jasper ins Tuch nimmt.
Insgesamt eine positive Erfahrung, das perfekte Sommerwetter - 25 - 30 Grad, blauer Himmel als Umrahmung.
Berlin
Donnerstag nachmittag puenktlich in Berlin - Sonne satt, bei Anne gibt's eine Dusche, einen Balkon mit Flugzeugen und Pizza - und keinen Stress mit Packen, Planen, Listen abarbeiten. Einfach nur dasitzen und geniessen - kann das Leben schoener sein?
Daniela kommt und bringt unsere Paesse mit jeweils vier Visa darin - wir duerfen jetzt also offiziell durch Weissrussland, Russland, die Mongolei und China reisen!
Da wir erst nachmittags wieder in den Zug steigen, ist noch Zeit fuer eine Runde Spielplatz - Jasper schlaeft derweil im Schatten unterm Baum, es ist Zeit, Zeitung zu lesen. Fast zu schoen um wahr zu sein.
Vielen Dank an Anne und Ulrike fuer Zeit und Unterkunft und an Daniela fuer Visa und Paesse!
Vor der Abfahrt Richtung Moskau haben wir sogar noch Zeit zum Einkaufen - hat der Zug eigentlich einen Speisewagen?
Tschuess Aachen!
Wir haben es geschafft! Wir haben den Zug bekommen! Allerdings nicht, ohne es noch einmal spannend zu machen. Zum Glueck haben uns Leuchters zum Bahnhof gebracht, den letzten Abwasch gemacht und Clemens den letzten halben Kilometer getragen... 1000 Dank an Axel, Claudia, David und Jana!!
Zug fahren macht Spass - Danke Bahn fuer das Kinderabteil und die ganzen Kinder darin! Marlene war super und hat sogar ihr Eis mit Clemens geteilt. Klasse Anfang und der Himmel war blau und das Rauschen in den Ohren vom Stress der Vorbereitung klingt langsam ab...
Berlin, wir kommen ...
Montag, 22. August 2011
Endspurt
Leider hat die Post es auch in drei Tagen nicht geschafft, unsere Visumsanträge für China nach Berlin zu bringen. Also Samstag noch mal das Ganze, diesmal Express bis Montag früh. Was machen die bloß mit unseren Anträgen? Sind doch unsere Fotos drin, kann doch kein anderer... oder hätte ich die Visumsgebühr nicht reinlegen sollen?
Nun haben wir Couchsurfing entdeckt - die Familie, bei der wir gerne in Moskau übernachtet hätten, haben genau in der gleichen Zeit Besuch aus Deutschland. Die anderen melden sich erst morgen... oder übermorgen?
Nun haben wir Couchsurfing entdeckt - die Familie, bei der wir gerne in Moskau übernachtet hätten, haben genau in der gleichen Zeit Besuch aus Deutschland. Die anderen melden sich erst morgen... oder übermorgen?
Dienstag, 16. August 2011
Donnerstag, 4. August 2011
Vorbereitung
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