Mittwoch, 12. Oktober 2011

Karakorum

Wir sind in der Hauptstadt der Mongolei d.h. da, wo die mal war - zu Dschingis' Chans Zeiten. Lange hat sie nicht gestanden - von 1222 bis 1380. Danach hatten die Chinesen die Faxen dicke und haben mal eben die Stadt platt gemacht. Die Mongolen und die Chinesen sind schon laenger ein Paerchen. Die Mongolen konnten die Chinesen immer wieder besiegen aber nicht lange beherrschen - regieren war nicht so ihr Ding. Die Chinesen konnten dagegen die Reiterheere der Mongolen hier und da schlagen, aber das Land nachhaltig besetzen konnten sie lange nicht, weil ihnen das Land zu karg war, und fuer Nachschub aus dem Heimatland die Wege zu weit.

Heute sind die Machtverhaeltnisse ziemlich eindeutig, die Mongolen (2,5 Mio) graulen sich so bisschen vor den Chinesen (1.300 Mio). Die Sinisierung ist wirtschlaftlich allerdings schon laengst passiert. Der groesste mongolische Betrieb hat grade mal 600 Angestellte und stellt Bier und Vodka her...

Viel uebriggeblieben ist von Karakorum jedenfalls nicht (vergleiche Bild oben), aus den Resten hat man ein Kloster gebaut. Haben wir uns gestern angesehen, sehr weitlaeufig ...

Der Herbst hat uns wieder eingeholt. Heute hat es eine Weile geschneit, regnet immer noch - wir haben einen Tag im Internetcafe eingelegt. Clemens schaut Maus, Sabine schreibt Email, Jasper lutscht getrockneten Joghurt (der zweite Zahn ist da).

Und wir schlafen schon wieder in der Yurte, war nicht so gedacht, aber das Hotel hat die Heizung noch nicht angeworfen, da ja noch nicht Winter ist, also nochmal selber heizen. In der Nacht legt aber die Camp-leiterin oder ihr 11-jaehriger Sohn nach. Sie hat noch zwei Toechter 4 und 2 Jahre alt - endlich wieder Spielfreunde fuer Clemens.

Aber so oder so, wir haben beschlossen, dass wir genug Steppe gesehen haben und wollen Ende der Woche weiter. Unterkuenfte in Peking sind angefragt, ein paar letzte Plaene fuer Ulan Bator gemacht. Matthias liest fleissig den Reisefuehrer fuer China. Inzwischen sind wir ganz gut eingespielt, was das Reisen angeht.

Wir gehen mal Mittag machen.

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